Wie uns Regeln am Glücklich Sein hindern

Kollektive Muster: Wie Regeln uns am Glücklich Sein hindern

Es gibt viele Gründe, warum wir Menschen es nicht wagen aus der Herde auszuscheren, Dinge anders zu machen, Meinungen, Urteile und Regeln hinter uns zu lassen und einfach das tun, was unseren wirklichen Bedürfnissen und Wünschen entspricht.

Meistens tun wir es nicht aus der Angst heraus, die anderen könnten uns dafür verurteilen, genauso wie wir sie insgeheim dafür verurteilen, dass sie sich nicht an ihre (unsere) Regeln halten.

Ist uns eigentlich immer bewusst, wessen Regeln wir hier folgen?

Hierzu eine kleine Geschichte aus dem Buch „Freut Euch nicht zu spät“:

Sperrt man Affen in einen Käfig, in dem an der Decke eine Banane hängt, und stellt eine Leiter darunter, klettert natürlich sogleich einer hinauf und holt sie sich. Verändert man aber jetzt die Umstände und sorgt dafür, dass jedes Mal alle Affen völlig überraschend mit kaltem Wasser nass gespritzt werden, wenn einer die Leiter hinaufklettert, legen die Affen ein völlig anderes Verhalten an den Tag. Klettert jetzt ein Affe hinauf, um die Banane zu holen, ziehen ihn die anderen von der Leiter. Und je öfter es dennoch einer versucht, umso vehementer schreiten die anderen ein, am Ende gibt es sogar Prügel.

Irgendwann traut sich keiner mehr.

Jetzt werden die Umstände erneut verändert, und das passiert im Leben ja häufig: Die Wassersprühanlage wird entfernt. Trotzdem traut sich keiner mehr, auf die Leiter zu klettern. Nun entfernt man die Hälfte der Affen und bringt neue in den Käfig, die keinerlei Erfahrung mit der Leiter haben. Sobald sie hinaufklettern wollen, werden sie verprügelt. Und natürlich wissen sie nicht, warum.

Also traut sich auch von denen keiner.

Am Ende entfernt man auch die andere Hälfte der Affen, die mit der Wassersprühanlage in Kontakt gekommen sind, und lässt neue in den Käfig. Will einer von ihnen sich die Banane holen, wird er verprügelt – von Affen, die nicht einmal wissen, warum sie eigentlich prügeln, die aber aus unerfindlichen Gründen verprügelt wurden, als sie selbst einmal hinaufklettern wollten. Kein einziger Affe, der jetzt im Käfig sitzt, hat jemals einen Tropfen Wasser abbekommen. Aber die Banane hängt oben, und keiner traut sich auf die Leiter.

Öfter als uns bewusst ist halten uns ungeschriebene Gesetze, Regeln und Grenzen fest. Wie ein lächerlich, dünner Drahtzaun eine Herde starker Ochsen…

Das Paradoxe ist: Wir ersehnen und fürchten gleichzeitig unsere Grenzenlosigkeit.

Freiheit fordert Verantwortung und Mut.

Wir sperren uns und andere in Vorstellungen ein, die nicht mehr zeitgemäß sind.

Wir verurteilen und werden selbst verurteilt. So haben wir es gelernt. Meist von Menschen, die es nicht besser wussten und es nicht wagten, oder für die es tatsächlich zu gefährlich gewesen wäre, auszubrechen…

Ist mein Glück abhängig von der Meinung anderer, oder ist mein Glück abhängig von meiner Meinung über mich selbst?

Wenn man etwas ändern will, dann muss man manchmal mit alten Bahnen und festgefahrenen Strukturen brechen. Eine Entscheidung, die Mut erfordert und die nur jeder für sich selber treffen kann.

Das Schöne: Wir werden in den seltensten Fällen dafür verprügelt.

Also, es wird Zeit…brechen wir ein paar Regeln 🙂

Welche Banane würdest Du Dir gerne holen?

Alles Liebe,

Bine

#Lesetipp: Forschung: Was Flöhe mit Deiner Identität zu tun haben

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