Was wir von Hunden lernen können

Kajo ist jetzt 13 Jahre alt. Er ist nicht mehr ganz so fit wie früher, aber es läuft alles noch ganz ok. Ob er noch wirklich gut sieht, weiß ich nicht. Seine Augen sind vom einstigen Bernsteingelb in ein milchiges Blau übergegangen. Ins Auto springen klappt heute auch nicht mehr so wie früher. Er schaut mich dann mit seinen glasigen Pupillen von der Seite an, als wollte er sagen, ich weiß, ich bin schwer – aber wir wissen beide, du musst das machen. Wenn ich in hochgehoben habe, bin ich immer froh, wenn ich ihm nicht irgendwo an den hinteren Hüftknochen wehtue. Wir fahren jetzt nur noch wenn unbedingt nötig mit dem Auto.

Nicht mehr ganz so wild

Morgens gehen wir immer eine große Runde spazieren. Die Hunde, die uns begleiten, sind alle sehr jung. Sie raufen und rasen durch den Wald, als gebe es kein Morgen. Kajo schaut dabei zu. Ich weiß nicht, ob ihm noch bewusst ist, wie wild er früher mit anderen Hunden durch den Wald getobt ist. Ich weiß nur, dass er es nicht mehr kann und damit klar kommt, ohne wehmütig zu sein. Er ist nicht mehr daran interessiert unschuldige Spaziergänger und Spaziergängerinnen unverhofft anzuspringen. Ab und zu, wenn er ansetzt zu jemanden hin zu galoppieren und ich im Spaß streng rufe: Kajjjjoooo, nein! dreht er sich um und es sieht aus, als würde er grinsend sagen „Ich weiß, mache ich doch eh nicht mehr…Weniger Stress als jetzt hattest du doch noch nie mit mir, oder?

Das stimmt. Er ist jetzt wirklich pflegeleicht.  Wenn er gemütlich hinter der wilden Horde junger Hunde her trabt, bin ich oft gerührt. Er trägt sein Alter mit solch einer Würde, dass man von ihm lernen kann.

Knuddeln geht immer

Er ist wirklich ein guter Hund. Die Kinder lieben ihn. Er lässt sich stundenlang knuddeln und verbreitet mit seinem brummigen Schnarchen eine beruhigende Atmosphäre zu Hause (mal abgesehen von den Haaren die er ständig verliert und dem etwas strengen Geruch, den er altersentsprechend versprüht).

Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ohne ihn sein wird. Er kann es sich zum Glück auch nicht vorstellen. Wie er so da liegt und schnarcht macht er einen glücklichen Eindruck auf mich. Ich hoffe das bleibt noch lange so.

Vielleicht sollten wir uns alle ein Beispiel an unseren Haustieren nehmen und den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen, was meinst du?


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