Warum Wünschen besser ist, als Masterpläne zu haben

Hast Du schon mal versucht, mit Wünschen Deinen Plänen auf die Sprünge zu helfen?

Ich beschäftigte mich eine Weile mit dem Thema Wünschen und las die gängige Literatur. Man wünscht, glaubt das Gewünschte bereits empfangen zu haben, lässt los und siehe da:

Das Wunder geschieht!

Der Gedanke, meine Wünsche auszusprechen, aufzuschreiben und mühelos in mein Leben zu ziehen, gefiel mir.

Ich experimentierte mit kleineren Wünschen und stellte fest: es funktionierte.

Natürlich mit dem Bewusstsein, entsprechend handeln zu müssen. Das mit dem Wünschen ist klasse, aber unabhängig von der Stärke des Wunsches:

Entscheidend ist dann doch die Energie, die du bereit bist aufzubringen, damit aus dem Wunsch Realität wird.

Ich war schon eine Weile in das Thema eingetaucht, da erreichte mich die Nachricht vom Tod einer Bestsellerautorin der Wunschliteratur. Es hieß, sie sei an Krebs gestorben. Zuvor hatte man ihr einen Burnout diagnostiziert.

Puh. Ich war schockiert. Wie konnte das denn sein? Ein Mensch der so positiv und gesund lebte stirbt einfach so jung? Das erschien mir nicht nachvollziehbar. Dafür hätte ich gerne eine Erklärung gehabt. War sie schon lange krank und hatte deswegen ausschließlich über Positives geschrieben? Sozusagen als Gegenpol. Fakt ist, ich kannte sie nicht persönlich und werde es nie erfahren.

Ich war jedenfalls verunsichert.

Sie hätte nicht sterben sollen. Nicht so früh. Wer die Gesetzmäßigkeiten und Geheimnisse des Lebens erforscht und jahrelang nach Erfolgsprinzipien gelebt hat, sollte länger leben (das ist ja wohl das Mindeste…).

Ah, ja. In mir existierte anscheinend ein starkes Bedürfnis danach das Leben begreifen, kontrollieren und verstehen zu wollen.

Ich dachte (vereinfacht ausgedrückt): Ich brauche einen Masterplan für mein Glück.

Masterplan – schön wär´s.

Wenn ich denke: Ich kann mein Leben kontrollieren und plötzlich Sachen passieren, die für mich keinen Sinn ergeben, fühle ich mich unsicher.

Leute sterben zu früh, verunglücken oder werden ermordet. So etwas passiert ständig. Warum das so ist, kann ich nicht begreifen und schon gar nicht erklären. Mit dem Gedanken, alles begreifen oder wissen zu wollen, bin ich immer auf der Suche nach Erklärungen. Ich schenke allen möglichen Vermutungen Glauben und verhalte mich danach. Ich bastele mir neue Informationen so zusammen, bis sie in mein vorhandenes Glaubenssystem passen. Ich sammele Beweise, die meine Theorien bestätigen. Das gibt mir dann die Sicherheit, mit meinen Annahmen richtig zu liegen. Mein Glaubenssystem ist auf Sand gebaut. Es basiert auf Vermutungen.

Das Leben selbst zeigt mir: Es gibt keine Sicherheit. Für niemanden. Alles ist in Bewegung und verändert sich.

Ich möchte es festhalten und eintüten.

Das funktioniert nicht.

Wenn ich nicht alles begreifen und kontrollieren muss, was wäre dann? Es wäre viel leichter. Ich dürfte mich ausprobieren, Fehler machen und könnte die Dinge so annehmen, wie sie sind. Mich auf bestimmte Vorstellungen zu fixieren, heißt nicht auf der sicheren Seite zu sein. Gefahren und Stolpersteine hören nicht auf zu existieren, nur weil ich sie ignoriere.

Das Leben folgt seinen eigenen Regeln und lässt sich nicht durch mich kontrollieren. Das heißt nicht, dass ich mich einfach treiben lasse und alles dem Zufall überlasse. Ich kann mein Leben strukturieren, meine Interessen, Ziele und Pläne verfolgen, gesund leben und allem, was ich tue einen Rahmen geben.

Das war es aber auch schon.

Ohne Gedanken wie Ich muss etwas bestimmtes Tun oder Ich muss alles kontrollieren bin ich viel flexibler. Ich bleibe offen und neugierig und gehe mit wachen Augen durch die Welt.

Und was das Wünschen betrifft: Ich glaube, dass mein Geist schöpferisch ist und alles mit allem verbunden ist. Alles beginnt mit einer Idee oder einem Wunsch. Wohin das führt, oder ob mich das Erreichen meiner Ziele glücklich macht – das weiß ich nicht. Mir gefällt, dass das Leben so geheimnisvoll ist. Es findet seine eigene Route und braucht keinen Masterplan. Ich jedenfalls habe keinen.

Hast Du etwa einen?

Ich freue mich auf deine Nachricht!

Das könnte Dich auch interessieren …

2 Antworten

  1. August 27, 2019

    […] Es gibt viele Gründe, warum wir Menschen es nicht wagen aus der Herde auszuscheren, Dinge anders zu machen, Meinungen, Urteile und Regeln hinter uns zu lassen und einfach das tun, was unseren wirklichen Bedürfnissen und Wünschen entspricht. […]

  2. November 20, 2019

    […] Urteilen heißt kennen. Besser wissen. Ich habe einen Masterplan. […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.