Warum wir uns oft in Beziehungen verlieren


Kennst du das Gefühl, dich in deinen Beziehungen zu verlieren? Dich zu sehr anzupassen und ihn oder sie zu deinem Lebensmittelpunkt zu machen?

Möchtest du endlich jemanden treffen, der erkennt und wertschätzt, wer du bist, was du denkst und tust?

Wenn ja, dann liegt die Idee nahe: Ich suche mir jemanden, bei dem ich so sein kann, wie ich bin.

Das Problem ist nur: Wie bin ich den?

Bin ich authentisch?

Suche ich als jemand der aus Mustern und Abhängigkeiten agiert oder bin ich innerlich frei für eine echte Begegnung?

Im Laufe unseres Lebens haben wir es uns abgewöhnt auf unsere echten Impulse zu hören. Wir haben gelernt uns zu „verhalten“.

Mach dies, mach das, nicht so laut, nicht zu viel, nicht zu schüchtern, nicht so unsicher, mehr Engagement, nicht so unordentlich, nicht so wild…

Die Botschaft unserer Eltern lautete häufig:

Ich mag dich so wie du bist, vorausgesetzt du verhältst dich so, wie ich es möchte.

Oder anders formuliert: Orientiere dich an den vorgegebenen Regeln, passe dich an (wenn du hier überleben willst).

Also zeigen wir uns nicht, wie wir sind, sagen nicht, was wir denken, hoffen, wünschen und handeln nicht aus unseren echten Impulsen heraus.

Ein entfremdetes Leben

Wir lernen uns selbst zu ignorieren und entfremden uns von uns selbst, um zu entsprechen und geliebt zu werden.

Ein Deal, der so früh beginnt, dass die wenigsten von uns wissen, wie sie wirklich sind, außerhalb des genormten, geschönten Bildes, das sie nach Außen hin präsentieren.

Kein Wunder also, dass wir das Gefühl haben uns in unseren Beziehungen zu verlieren.

Dein Gegenüber trifft immer nur ein Bild von dir, eine Fassade oder eine Darstellung, die gefallen möchte. Auf Dauer fühlt sich das sehr leer an und führt dazu, dass Nähe zu anderen Menschen anstrengend wird.

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Erwartungen und Bilder versperren den Weg

Das Gefühl, dich in Beziehungen zu verlieren, wird immer stärker, je mehr du dich anpasst und verbiegst. Du fühlst dich alleine irgendwann viel wohler, weil du nicht mehr ständig darauf achten musst, was dein Partner will und erwartet.

Erwartungen zerstören den Moment, die echten Impulse und die wirkliche Begegnung. Sie stehen zwischen uns und verhindern einen authentischen Kontakt. Aber nicht nur Erwartungen stehen zwischen uns, auch Bilder von früheren Bezugspersonen oder Menschen, die uns nicht so behandelt haben, wie wir es verdient hätten. Oft wollen wir immer noch diesen alten Bildern entsprechen und verwechseln sie mit dem Menschen, der heute vor uns steht.

Die wichtigste Beziehung ist die zu dir selber

Wenn die Beziehung zu dir selber geheilt ist, dann ist sie es auch zu allen anderen. Dann besteht auch nicht mehr die Gefahr, dich ständig in anderen zu verlieren.

Hör auf, dich zu kritisieren und zu verstecken. Du bist so schüchtern, du bist nicht schlau genug – schau dich doch mal an, du bist hässlich, du bist total dumm und uninteressant…

Wenn dich solche Stimmen quälen, dann glaub ihnen nicht mehr. Sie beschreiben nicht, was du eigentlich bist. Sie sind alt und überflüssig.

Nimm dich ernst, als lebendiges Wesen

Du bist keine Fassade.

Vielleicht denkst du, dass du eine Zumutung bist, wenn du dich mit allem, was in dir schlummert zeigst. Du kannst aber erst dann jemandem wirklich nah kommen, wenn alle deine Masken fallen. Wo, wenn nicht in unseren engsten Beziehungen, sollen wir uns so zeigen, wie wir sind?

Also sei mutig, mute dich zu. Es lohnt sich. Selbst wenn dein Gegenüber nicht mag, was er sieht. Das Universum ist groß. Es gibt unzählige Menschen hier – nicht jeder passt für dich. Es ist gut, das möglichst schnell zu erkennen. Die Zeit hier ist kostbar.

Manche Menschen erinnern uns auch nur an einen alten Schmerz, der noch gefühlt und geheilt werden möchte. Jede Beziehung hat ihren eigenen Wert.

Helfersyndrom: Wer hilft hier wem?

Vielleicht möchtest du, dass er dir durch seine Liebe endlich zeigt, wie liebenswert du bist. Möglicherweise siehst du deinen eigenen Wert nicht und hoffst von ihm auf das Podest (auf das du ihn gestellt hast) hoch gezogen zu werden. So funktioniert das leider nicht. Wenn du davon ausgehst, dass du nicht in Ordnung bist, dass du eigentlich eine Zumutung bist, die du verpacken musst damit du überhaupt in Beziehung gehen kannst, wirst du dich in deinen Beziehungen tatsächlich als Zumutung erleben. Du musst deinen Wert erst selber erkennen. Unabhängig von allen äußeren Bedingungen.

Du bist hier. Du bist gewollt. Auch wenn du das nicht für möglich hältst.

Wer sucht hier wen?

Lerne dich kennen und vertraue dir. Du kannst nicht in Ordnung gebracht werden, dadurch dass jemand dir die Liebe und den Respekt entgegen bringt, den du für dich selbst nicht hast. Du bist kein Fehler, an dem man ein bisschen rumradieren kann bis das Bild schön ist. Du bist echt und lebendig – da gibt es nichts zu radieren. Nur ein paar schädliche falsche Gedanken über dich dürfen gehen.

Du bist der Dreh- und Angelpunkt deines Lebens. Du darfst nicht mehr glauben, dass du abhängig von Bewertungen im Außen bist.

Entdecke den Wert, der du bist, dann findet sich die Liebe von alleine.

Alles Liebe,

Bine

PS: Sei geduldig und freundlich mit dir – Veränderung braucht Zeit.

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