Unsichtbare Fesseln: Ein wichtiger Grund, Deine Eltern loszulassen

 

Wer mit sich im Reinen ist, der hat auch meist ein entspanntes und gut geklärtes Verhältnis zu seinen Eltern.

 

Laut vieler Systemiker, steht einem solchen Verhältnis oft die Erwartung, dass die Eltern sich doch noch ändern im Weg.

 

An solchen „Wünschen“ hängen viele erwachsene Kinder fest.

 

Dahinter versteckt sich meist die Sehnsucht nach etwas, was immer vermisst worden ist, wie z.B.:

 

  • Anerkennung
  • Verständnis
  • Respekt
  • oder eine Entschuldigung

 

Erst wenn mein Vater nicht mehr trinkt, wenn meine Mutter freundlicher oder verständnisvoller ist, kann ich mich entspannen.

 

Das heißt nichts anderes als: Meine Eltern sollten anders sein, als sie sind…

 

Wenn wir jemandem Vorwürfe machen, warten wir darauf, dass der Betreffende sich ändert, damit wir unseren Frieden finden können.

 

Wir ketten uns innerlich an den Wunsch, dass ein anderer Mensch sich verändern muss, damit es uns besser geht.

 

Wenn jemand nicht tut, was ich von ihm erwarte, dann löst das immer stressige Gefühle aus.

 

Und diese Gefühle sind im Jetzt spürbar.

 

Wir tragen sie mit an unseren Arbeitsplatz, in den Supermarkt oder wo auch immer wir gerade sind. Unser Seelenfrieden hängt davon ab, dass jemand sich so verhält, wie wir es für richtig halten.

 

Mit dieser inneren Haltung sind wir nicht mehr bei uns und legen unser Glück in die Hände anderer Menschen.

Das schwächt, frustriert und raubt Energie.

Es ist, als sei man gefesselt oder eingesperrt. Wir trennen uns von uns selbst und versuchen anstatt unser eigenes, das Leben anderer zu leben.

Natürlich ist der Wunsch, die Eltern sollten gesünder leben, sich besser durchsetzen, respektvoller, interessierter oder liebevoller sein verständlich.

 

Manchmal hilft ja auch ein klärendes Gespräch.

 

Die Erfahrung zeigt allerdings, dass es kaum möglich ist jemanden zu ändern, der sich nicht aus freien Stücken ändern möchte.

 

Ohne den Wunsch, die Eltern sollten anders sein als sie sind, sind wir frei. Wir können sie als Mitmenschen betrachten und einfach so sein lassen wie sie sind.

 

Egal, wie Du zu ihnen stehst sie haben Dir das größte Geschenk gemacht, was es gibt: Dein Leben.

 

Der Wunsch die Eltern zu ändern, bindet uns auf einer tieferen Ebene an sie und hält uns mit der Vergangenheit verstrickt.

 

Wenn man in dieser ersten wichtigen Beziehung seines Lebens fest hängt, hängt man meist auch in allen anderen wichtigen Beziehungen fest.

 

Der sinnlose Kampf, dass sich jemand verändern soll, der es nicht tut, wird mit dem Partner oder anderen Stellvertretern weitergekämpft. An die Menschen gegen die man in Gedanken kämpft, bindet man sich unbewusst am stärksten.

 

Allein das schlichte Anerkennen dessen was ist, hilft eine intensive Verbindung loszulassen.

 

Wir sind alle über unsere Gefühle miteinander verbunden und schwingen als Teile des Ganzen. Menschen, die in Resonanz mit unseren Gefühlen stehen spiegeln uns unsere Überzeugungen und bestätigen unsere Muster.

 

Oft übernehmen Partner die unangenehme Rolle, unsere Geschichte neu zu inszenieren.

 

Durch sie fühlen wir uns wieder allein, ungeliebt, nicht verstanden oder übergangen und bekommen noch einmal nicht, was wir uns von den Eltern gewünscht hätten.

 

Unser Partner soll uns stellvertretend etwas geben, was unsere Eltern uns nicht geben konnten. Unbewusst provozieren wir ihn, bis er das Verhalten zeigt, dass wir bekämpfen wollen und machen ihn dann für unseren Schmerz verantwortlich.

Wenn wir den anderen dazu bringen sich so zu verhalten, dass er eine Reaktion zeigt, die wir von früheren Bezugspersonen kennen, dann oft nur, um uns selbst zu bestrafen oder ein altbekanntes Drama neu zu inszenieren.

 

Etwas Tieferliegendes loszulassen bedeutet immer, dass Deine (Dir vertraute) Identität bedroht ist. Das allein löst Angst und Widerstand aus.

 

Wenn ich das Bedürfnis jemanden zu ändern oder jemandem die Schuld zu geben tatsächlich loslasse, werde ich automatisch auf mich selbst zurück geworfen.

 

Ich bin dann kein Opfer mehr, dessen Glück davon abhängt, was der andere tut.

 

Je weniger ich den anderen für meine Situation verantwortlich mache, desto stärker werde ich mit mir selbst konfrontiert. Ich komme mir selbst wieder näher.

 

Das ist oft schmerzhaft. Aber genau dieser Schmerz ist das Tor in die Freiheit. Wenn ich ihn (ohne etwas gedanklich dabei zu inszenieren) fühle, findet wirkliche Veränderung statt.

 

Wenn wir nicht in unsere alte Geschichte oder ein spezielles Drama verstrickt sind, dann ist der Schmerz sehr kurz.

 

Schmerz anzunehmen (egal in welcher Form) macht uns immer freier und glücklicher.

 

Der Widerstand gegen das was ist, ist das was am meisten weh tut.

Der Widerstand selber hält die Verstrickung aufrecht.

Lass ich ihn los, löst sich gleichzeitig der unsichtbare Knoten.

 

Wie sieht es mit Deinen Widerständen aus?

 

Ich freue mich, von Dir zu hören!

 

 

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