Studien belegen: Freundlichkeit macht uns glücklicher (Warum das nicht immer stimmt)

 

Nett zu sein verändert unser Gehirn und kommt auch uns zu Gute. Teilnehmer einer Studie der Berkeley University berichteten, mehr Energie zu haben, nachdem sie einem Anderen geholfen hatten. Sie fühlten sich optimistischer, stärker und selbstbewusster und verspürten deutlich mehr Gelassenheit. Freundliches Handeln schüttet den Neurotransmitter Serotonin aus und lässt uns die Welt und uns selbst mit anderen Augen sehen.

Menschen, die Gutes tun – zum Beispiel Geld spenden – leben nachweislich glücklicher, als andere. Die Forschung kann noch mehr positive Effekte nachweisen, wenn wir Freundlichkeit kultivieren:

  • Weniger Schmerzen,
  • Bluthochdruck,
  • Ängste, Sorgen, Panikattacken und
  • Depressionen

 

Neben Serotonin wird auch mehr Oxytocin, das Bindungshormon im Gehirn freigesetzt, das auch beim Kuscheln sowie nach dem Geschlechtsverkehr ausgeschüttet wird.

 

Die Freundlichkeit ist also sehr freundlich zu uns.

 

Hm…

 

Ist das immer so?

 

Das ist bestimmt richtig in Fällen, wo die Freundlichkeit aus vollen Kelchen und von Herzen kommt.

Ich glaube, die Motivation dahinter ist entscheidend.

Wenn Du immer nur automatisiert lächelst (auch wenn Dir gar nicht danach ist) oder wenn Du von je her Deine Bedürfnisse ignorierst und nur für andere lebst – dann ist Dein Lächeln im Außen ein Nein zu Dir.

Und dann ist mehr Freundlichkeit definitiv der falsche Weg.

Freundlichkeit kann auch eine Form von Selbstverrat sein. Nämlich dann, wenn ich sie mir abzwinge oder sie völlig automatisiert abläuft, als wäre ich ein Programm das keinerlei Einfluss auf sein Tun hat.

 

Hier einige Gründe, die uns Menschen aus „unfreundlichen“ Motiven zur Freundlichkeit bewegen:

 

  • Eine tiefe Bedürftigkeit oder Unsicherheit, die mich dazu bringt zu lächeln, wenn mir eigentlich nicht danach ist.
  • Ein Tu-mir-nichts oder Ich-bin-ganz-harmlos-Lächeln.
  • Vielleicht denkt es in mir: Ich muss freundlicher sein, damit sich mein Gegenüber gut fühlt. Oder ich lächele lieber mal, sonst denkt noch irgendwer da draußen, dass ich arrogant sei…
  • Vielleicht bin ich nur so verständnisvoll und freundlich, um angenommen zu werden und nicht unangenehm aufzufallen.
  • Möglicherweise ignoriere ich aus Höflichkeit die Unverschämtheiten eines anderen.

 

Dabei verrate ich mich selbst und das ist alles andere als freundlich. Denn: Um dieses Selbst geht es in meinem Leben.

Eventuell bleibe ich sogar freundlich, obwohl mich jemand schlecht behandelt. Wahrscheinlich tue ich das nicht aus reiner Freundlichkeit, sondern auf Basis eines inneren Ich-bin-nicht-ok-Programms.

Freundlichkeit ist wunderschön – aber sie sollte ein reiner Ausdruck dessen sein, was Du tatsächlich fühlst.

Also, schau das nächste Mal, bevor Du freundlich reagierst, mal genau hin, ob der Impuls von Herzen kommt….

 

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