Psychohygiene: Warum sie so wichtig ist

Wir kommen nicht um diverse Zustände herum: Manchmal sind wir sauer, neidisch oder wir haben Angst. Oder erwischen uns bei richtig fiesen Rachegedanken.

Und jetzt? Ist das gut oder schlecht?

Weder noch. Aber egal was auftaucht, es gehört zu uns und ist normal.

Alle Gefühle, auch die vermeintlich schlechten, sind wichtig für unsere Psychohygiene.

Aber doch nicht so etwas Verwerfliches wie Rachegedanken, oder?

Doch.

Die Psychologie hält sogar Rachegedanken für durchaus gesund – so lange man sie nicht in die Tat umsetzt.

Das nennt man Psychohygiene.

Was bedeutet Psychohygiene?

Und, was kann ich tun, um meine Seele sauber zu halten?

Eigentlich ist die Antwort einfach: Alles was mir gut tut. Und das ist vor allem wirklich zu fühlen, was ich fühle.

Leichter gesagt als getan.

Hierzulande wird schon den Kleinsten beigebracht, ihre Gefühle zu unterdrücken oder zumindest in Maßen zu halten. Alte deutsche Werte und preußisches Gedankengut wie, „Der Mensch kommt nicht auf die Welt, um sein Leben zu genießen, sondern um seine Pflicht zu tun“ sitzen tief.

Wenn wir unsere Gefühle immer unterdrücken und nie traurig, wütend oder ängstlich sind, werden sie irgendwann regelrecht ausgeknipst. Und das macht auf Dauer krank. Wir werden depressiv, bekommen Verdauungsprobleme, Magengeschwüre oder anderer blöde Krankheiten.

Wer seine Gefühle wahrnimmt, ist ganz nah bei sich selbst

Das ungesehene Dilemma eines ganz normalen Menschen ist seine erlernte Fähigkeit Gefühle zu unterdrücken.

Wir suchen die guten, schönen und leichten Gefühle und wollen sie für immer konservieren. Das Wütende, das Traurige, das Falsche wird abgespalten, gemieden, weggesperrt, überdeckt und ausgeblendet.

Depression ist das häufigste Ergebnis dieser Gefühlslosigkeit.

Und wir werden selten bis nie misstrauisch, kommen fast nie auf die Frage: Ist das wirklich so gewollt?

Auch ein Gefühl wie Wut muss raus. Menschen werden oft durch chronisch ungeklärte Konflikte krank. Nur weil man Gefühle unterdrückt, sind sie ja nicht weg.

Unser Leben wird bereichert durch unterschiedliche Gefühle

Wir werden herumgeschleudert vom Schmerz in die Freude, von der Verbindung in die Trennung, von der Angst in die Sicherheit, vom Dunkel ins Licht und wieder zurück.

Eine ganz normale Pendelbewegung.

Zustände und Gefühle wechseln sich in uns ab. Mit diesem natürlichen Rhythmus mit zu fließen ist eine gesunde Form der Psychohygiene.

Das Annehmen aller Gefühle schafft ein gesundes Gleichgewicht. Und dieses Gleichgewicht führt zu einer inneren Harmonie. Eine Harmonie in der die Gefühle miteinander im Einklang schwingen.

Die Nacht, die gegen den Tag kämpft, der sich gegen die Nacht sträubt, bewirkt nichts als einen Boykott dieser innerlichen Harmonie.

Das Gleichgewicht wird gestört. Das Resultat ist Krankheit.

Was bedeutet das nun ganz konkret für mein und Dein Leben?

Hören wir damit auf, den vermeintlich schlechten Gefühlen auszuweichen und den Guten entgegen zu laufen.

Bleiben wir stehen und werden uns gewahr, welche Gefühle in uns stattfinden.

Gefühle sind wie Wellen, die in uns auftreten und sobald wir sie fühlen wieder verebben. Wir sind das Meer das alle Gefühle beherbergt. Sie können kommen und gehen.

Konkret heißt das:

Du hörst auf damit, die Freude zu Deinem Liebling zu machen und die Wut aus deinem Sichtfeld zu verbannen. Und öffnest Deine Arme. Du erkennst Dich als unsichtbaren Raum, in dem alles stattfindet.

Dann kann sich alles beruhigen.

Es gibt keine Bedingungen mehr.

Du musst nichts vermeiden. Du hörst auf so zu reagieren, als wären Deine Gefühle absolut und unveränderbar.

Sie sind vergänglich, ein einziges Auftauchen und Abtauchen.

Was können sie Dir tun?

Hell und Dunkel sind Zustände, die sich gegenseitig bedingen. Psychohygiene bedeutet sie ziehen zu lassen. Nichts fest zu halten. Das macht Dich frei und hält Dich gesund.

PS: Falls Du Dich nicht traust Gefühle vor andern Menschen auszudrücken: Es ist immer noch besser in den Wald zu gehen und einen Baum zu beschimpfen als alle Gefühle runterzuschlucken.

Alles Liebe,

Bine

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.