Mythos Sehnsucht: Der Wunsch nach Verbundenheit ist tief verankert

 

Sehnsucht wird in unserem Kulturkreis immer noch gerne als Schwäche abgetan. Etwas, das man weg haben möchte, sich nur ungern eingesteht und an sich selber ablehnt.

 

Ist eine intensive Sehnsucht nach Liebe eine Schwäche?

 

Gegenfrage: Wieso sollte unser Körper ein solch intensives Gefühl fühlen können, wenn es nichts mit uns zu tun hat?

 

Sehnsucht nach Liebe ist keine Schwäche. Es ist tiefes Wissen.

 

Der Glaube alles alleine schaffen zu müssen und möglichst von allem unabhängig zu sein, ist ein westliches Phänomen.

 

Ohne ein Leben in Verbundenheit verdorren wir innerlich.

 

Intimität und Nähe sind wie Sauerstoff.

 

Laut Eli Finkel, Forscher auf dem Gebiet sozialer Beziehungen und Anziehungskraft, beeinflusst die Qualität Deiner intimen Beziehung Dein Glück doppelt so stark wie Deine Karriere, Deine Freundschaften oder sogar Deine Gesundheit.

 

Wir lernen von klein auf, dass der tiefe Wunsch nach Liebe uns schwach macht.

 

Sehnsucht hat nichts mit Bedürftigkeit zu tun

 

Bedürftigkeit entsteht durch den Versuch, unsere authentischen Gefühle zu unterdrücken oder zu überwinden. Und das funktioniert nie.

 

Das unterdrücken unserer Bedürfnisse macht uns auf Dauer aggressiv. Innerlich wütet es in uns. Weil diese Wut weder ausgedrückt noch gefühlt wird, kommt sie in einer verwandelten Form zu Tage, die manipulativ, strafend oder passiv aggressiv ist.

 

Das intensive Streben nach Verbindung ist ein Geschenk. Es ist ein gesunder und wesentlicher Teil von uns.

 

 

Unterdrückte Bedürfnisse werden zu Bedürftigkeit.

 

Oder, noch schlimmer, unsere Bedürfnisse werden so tief verdrängt, dass wir den Zugang zu ihnen verlieren. Wir leben völlig dissoziiert von uns selbst ein fremdbestimmtes, kaltes Leben, in dem ab und zu der gesunde Funke Sehnsucht aufkeimt, den wir dann als Bedürftigkeit und Schwäche abtun und schleunigst wieder in den Keller verbannen.

Ob uns das wohl zu besseren Menschen macht?

 

Sieh die Sehnsucht als Geschenk, als Einladung für mehr Nähe und Intimität.

Ein Sehnen nach Dir selbst.

Dich zu entdecken, zu erleben und auszuprobieren. In einer anderen Form als in der Du dich bereits kennst. Etwas Neues, entstehendes, aus dem Moment heraus, frei und neugierig, ohne Grenzen. Dann kannst Du, als dieses freie Wesen, den oder die andern in ihrem Mensch-Sein entdecken und Dich in ihnen erkennen.

Vielleicht hast Du dich selbst schon dafür verurteilt, Sehnsucht zu empfinden. Die Sehnsucht nach Verbundenheit oder einem Partner, der Dich wirklich sieht. Vielleicht hast Du es abgetan und Dich für bedürftig und jämmerlich erklärt.

Damit tust Du Dir unrecht.

Diese Sehnsucht in Dir ist ein zentraler Aspekt des Mensch- Seins. Und es ist schön, dass Du diesen Ruf fühlst. Er ist ein Hinweis darauf, dass das was Du erlebst, begrenzt ist und dass da tatsächlich mehr in Dir ist.

 

Sehnsucht hat nichts mit Bedürftigkeit zu tun. Sie wird oft als der Wunsch nach Hause zu kommen oder als ein tiefes Getrenntsein gefühlt. Getrennt von Dir, von anderen, von der Welt und von Gott.

 

Sehnsucht ist ein Ruf, endlich in Verbindung zu kommen.

 

Mit dem, was Dich ausmacht und in Dir wacht.

 

Sie ist ein Zeichen von Gesundheit und Tiefe, die die Welt braucht.

 

Alles Liebe,

ich freue mich, von Dir zu hören.

 

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2 Antworten

  1. August 8, 2019

    […] Einsamkeit weniger damit zusammen, ob man allein ist, sondern damit, ob man sich anderen Menschen verbunden […]

  2. September 15, 2019

    […] heißt, wer wirkliche Verbundenheit und Nähe haben will muss […]

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