Kommunikation: Im Recht sein oder in Verbindung?

 

Kennst Du das:

Du willst jemandem einfach nur etwas erzählen, und zack – bist Du in eine stressige Diskussion verwickelt?

Um richtig oder falsch, Wahrheit oder Lüge?

Urplötzlich klagt Dich Dein Gegenüber an, Du musst Dich verteidigen und fühlst Dich völlig missverstanden?

Bestimmte Kommunikationsmuster verhindern eine wertschätzende, empathische und verbindende Kommunikation.

Sie machen zu.

Eine Art verbaler Roadblock.

Kommunikationssperren.

 

Wenn ich in einem Gespräch beispielsweise Befehle gebe, warne, mahne und moralisiere dann sind das alles Wege, die bei meinem Gegenüber eher Widerstand als Kooperation auslösen.

 

Viele dieser Kommunikationssperren verwenden wir (meist unbewusst) im täglichen Leben.

 

Dazu gehören auch die typischen Killerphrasen:

 

Immer.

Jedes Mal.

Nie.

 

Kommunikationssperren erschweren es den Kontakt mit einem Gesprächspartner zu halten oder herzustellen. Durch ihre Verwendung wird die Verbindung zum Gegenüber gekappt. Es entsteht eine Wand, durch die nur noch Worte, Urteile und Meinungen dringen.

 

Laut Thomas Gordon, einem Pionier der Humanistischen Psychologie, gibt es 12 Kommunikationssperren.

 

Hier sind sie:

 

1. Befehlen, Anordnen, Auffordern

 

Du musst das tun! Hör auf damit!

Das ist der einzige Weg.

 

2. Warnen, Mahnen, Drohen

 

Wenn du das nicht getan hättest, dann…

Warte nur ab, du wirst schon sehen…

 

3. Moralisieren, Predigen, Beschwören

 

Das ist deine Pflicht.

So etwas macht man nicht.

Das kann ja nur ein böses Ende nehmen.

 

4. Beraten, Vorschläge machen, Lösungen liefern

 

Wenn du mich fragst, dann…

Das Einzige was jetzt hilft…

 

5. Urteilen, Kritisieren, Widersprechen, Vorwürfe machen, Beschuldigen

 

Du bist auf dem falschen Weg.

Das stimmt ja hinten und vorne nicht!

Das passt jetzt überhaupt nicht zum Thema.

Du schaffst es nie, auf den Punkt zu kommen..

So wird das nie etwas..

Also, das solltest du wirklich anderen überlassen.

Allein der Gedanke ist ja schon verschwendete Zeit.

Wie kannst du nur…

 

6. Belehren, durch Logik begründen

 

Lass mich mal die Fakten darlegen…

Das ist doch überhaupt nicht wissenschaftlich belegt.

Dir fehlt doch die Grundlage…

 

7. Loben, Zustimmen, Schmeicheln

 

Du bist doch immer klasse bei solchen Themen.

Das ist doch bestimmt mal wieder ein Klacks für dich.

Ja, das ist bestimmt genauso wie du vermutest.

 

8. Beschämen, Beschimpfen, Lächerlich machen

 

Du tust ja gerade so als wäre das alles ganz neu für dich.

Das kapiert doch ein dreijähriger…

Jetzt reiß dich mal zusammen…

Mich wundert, dass du dich so wenig im Griff hast.

Dass du das nicht weißt…

 

9. Interpretieren, Analysieren, Diagnostizieren

 

Das sagst du nur, weil du selber ein Problem damit hast.

Also, dass dir das schwer fällt ist ja kein Wunder.

Ich denke, du wirst langsam psychisch auffällig.

 

10. Beruhigen, Sympathie äußern, Trösten, Aufrichten

 

Nimm dir doch nicht immer alles so zu Herzen.

Du bist einfach sehr empfindlich.

Das wird schon wieder.

Kopf hoch.

Du Armer…

 

11. Nachforschen, Fragen, Verhören

 

Was genau hast du getan, um eine Lösung zu finden?

Hast du dich überhaut richtig informiert?

 

12. Ablenken, Ausweichen, Aufziehen

 

Das hat doch auch sein Gutes!

Du hast aber auch immer lustige Vorstellungen.

 

So. Das waren die 12 Kommunikationssperren.

 

Wie kommen wir aus solchen (oft unbewusst) destruktiven Mustern raus?

 

Hier kann die Frage helfen:

 

Will ich Recht haben? Oder will ich in Verbindung kommen?

 

 

Wenn ich in Verbindung kommen will, dann kann ich:

 

  • Aktiv zuhören und im Hier und Jetzt bleiben. Allein dadurch bekommt das Gespräch eine andere Qualität.
  • Das, was der andere sagt, auf mich wirken lassen, ohne mich zu rechtfertigen, zu verteidigen oder zu erklären (in geschäftlichen Situationen bestimmt nicht immer möglich).
  • Ich-Botschaften senden. Bei diesen Botschaften gibt man etwas über das eigen Innenleben preis. Wohingegen bei der „Du-Botschaft“ eine Aussage über den andern gemacht wird. Die meist wieder eine Verteidigungsreaktion nach sich zieht…

 

Kommunikationssperren

 

Anstatt selber in einen Kampfmodus zu kommen, kannst Du Deine Aufmerksamkeit darauf richten, was Du gerade brauchst. Mit ein bisschen Übung verwandeln sich dann Aussagen wie: „Du bist immer so belehrend und altklug!“ in: „Ich wollte das nur mal loswerden und eine neutrale Meinung hören!“ (= welches Gefühl löst das Verhalten des Anderen bei mir aus und was brauche ich).

 

Wenn du das Gefühl hast, dass mit einem bestimmten Menschen keine wertschätzende Kommunikation möglich ist, dann hilft nur noch:

 

Abstand halten. Andere Ansprechpartner suchen. Deinen eigenen Weg gehen.

 

Auf Dauer rauben uns solche Menschen zu viel Energie und Zeit.

 

#Lesetipp: 18 Dinge, die selbstsichere Menschen für sich tun

 

Welche Kommunikationssperren fallen Dir ein? Was verhindert Deiner Meinung nach eine wertschätzende Kommunikation?

 

Ich freue mich, von Dir zu hören!

 

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