Kinderwunsch: Richtiges Loslassen kann Wunder bewirken

Lou ist ganz leer. Seit zwei Jahren versucht sie ein Kind zu bekommen. Schwanger werden sollte doch einfach und natürlich verlaufen. Tut es bei ihr aber nicht. Sie starrt auf den Schwangerschaftstest in ihrer Hand. Nur ein rosa Streifen. Vielleicht kommt ja noch einer…

Es kommt keiner mehr. Seit einer gefühlten Ewigkeit wechseln sich bei ihr Gefühle der Hoffnung mit Gefühlen tiefer Enttäuschung ab. Alles in ihrem Leben dreht sich mittlerweile um ihren Kinderwunsch. Andere Frauen mit Kinderwagen zu sehen versetzt ihr einen Stich. Von schwangeren Freundinnen ganz zu schweigen. In ihrem Kopf gibt es nur noch ein Thema: schwanger werden. Sie würde ihren Partner mit jedem x-beliebigen Postboten betrügen, wenn ein Kind dabei rausspringen würde. (So eine tickende biologische Uhr ist ja oft lauter, als jede Moral).

Lou lässt nichts unversucht. Kinderwunsch Tee, Kinderwunsch Meditation, Kinderwunsch Yoga, Kinderwunsch Fengshui, Kinderwunsch Forum, Kinderwunsch Klinik…

Die moderne Medizin gibt ja einiges her, aber manchmal führt auch das nicht zum Ziel. Nach all den Pipitests, Verdunstungslinien und Warteschleifen kann sie nicht mehr.

Einen Kinderwunsch loslassen – geht das überhaupt?

Fast jeder rät ihr: Lass doch mal los. Entspann Dich. Das wird schon. Du musst einfach nur loslassen. Wie bitte soll das gehen? Wie soll man einen starken Kinderwunsch loslassen, wenn man sich nichts sehnlichster wünscht, als schwanger zu werden und ein Kind zu bekommen?

Lou kann nicht loslassen. Die Zeit rennt ihr davon. Die Uhr tickt so laut, dass sie nachts nicht schlafen kann. Sie malt sich Horrorszenarien aus. Sieht sich überall als die nette Tante, die leider, leider nie eigene Kinder bekommen konnte. Ein Jammer. Jetzt ist sie ganz verschroben, man munkelt, sie habe das alles nie verkraftet…

Lou kann und will sich nicht mehr so fühlen wie in diesen letzten zwei Jahren. Irgendetwas muss anders werden.

Vielleicht ist Loslassen die Antwort. Aber wie?

Man sagt ja, Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten und ist dennoch schwerer.

Und ja, Lou will loslassen:

  • Die Angst, ihr Leben ohne Kinder leben zu müssen
  • die Befürchtung ihren Partner vielleicht irgendwann an eine Jüngere (die – worst case – mit ihm ein Kind bekommt) zu verlieren
  • Bilder im Kopf von einem trostlosen, einsamen Leben, ohne richtige Familie, ohne Enkel…

 

Loslassen macht frei

Loslassen, das ist das Geheimnis, kann man nicht machen oder erzwingen. Es ist etwas Widerstandsloses. Eine Art aufgeben. Und aufgeben gelingt oft nur, wenn wir genug gekämpft haben und uns geschlagen geben.

Loslassen widerspricht dem Bedürfnis, alles unter Kontrolle zu halten und planbar zu machen. Es ist, als würden wir einen Deckel auf einen brodelnden Topf halten, damit kein einziger Tropfen Wasser nach draußen gelangt.

Zum Loslassen gehört Mut und die Bereitschaft mit dem Schmerz, der dann auftaucht, leben zu können. Ihn da sein zu lassen. In all seiner schrecklichen Form.

Das richtige Loslassen

Jack Kornfield sagt: Die Dinge loszulassen bedeutet nicht, sie loszuwerden. Sie loslassen bedeutet, dass man sie sein lässt.

Loslassen heißt annehmen. Und annehmen heißt, auch das anzunehmen, was uns nicht gefällt, was weh tut und uns zerreißt. Annehmen bedeutet nicht, sich etwas schön zu reden. Nach dem Motto:„Ach, wieder nicht schwanger. Macht mir gar nichts.“

Nein, es tut weh und es macht traurig. Annehmen bedeutet ja zu sagen, zu dem, was sich zeigt, was gerade hier ist. Im Positiven wie im Negativen. Und wenn es Schmerz darüber ist, wieder nicht schwanger zu sein, dann ist dieser Schmerz das, was es zu fühlen gilt. Nicht mehr und nicht weniger (und natürlich doch unendlich viel).

Hast Du das Gefühl, dass Du unbewusst selber Deinen Kinderwunsch blockierst? Schau doch mal auf meiner Coachingseite vorbei!

Kontrolle abgeben

Es ist ein bisschen wie bereit sein zu sterben. Immer wieder, wenn notwendig, den Rest Deines Lebens. Die Kontrolle abgeben, über Dinge, die wir ohnehin nicht kontrollieren können.

Das heißt nicht, dass Du nichts mehr dafür tun darfst, um doch endlich schwanger zu werden. Den Kinderwunsch zu erfüllen. Es geht darum, den Kampf aufzugeben. Das Müssen. Es ist ein sich dem Prozess hingeben, ohne den Kinderwunsch aus den Augen zu verlieren. Eine Bereitschaft den Schmerz zu fühlen, der da ist, wenn es wieder nicht klappt. Und trotzdem, wenn es wieder möglich scheint, beim nächsten Versuch, wieder aus vollem Herzen zu hoffen und sich zu freuen (das Gefühl der Freude kann Dir keiner nehmen, und falls diese Freude enttäuscht wird, kannst Du früh genug wieder trauern.)

Keine Sorge, wenn Du einen Schmerz zu Ende fühlst, dann geht er vorbei. Schneller, als Du denkst. Er will nicht bleiben, sondern nur kurz da sein und gesehen und gefühlt werden.

So wie es für uns alle schön ist, einfach da zu sein und gesehen zu werden, egal in welcher Form wir uns gerade zeigen.

Die Zauberwörter  für Wunder lauten: Sein- und kommen lassen.

Alles Liebe, ich freue mich von Dir zu hören.♥

#Lesetipp: Annehmen was ist – warum es oft falsch verstanden wird

#Lesetipp: Wie Dir Deine Gefühle helfen, freier und selbstbestimmter zu leben

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1 Antwort

  1. Chrisi sagt:

    Danke! Komme gerade von der Ärztin, die gesagt hat, dass ich loslassen MUSS.
    Hab mir die Frage gestellt, wie ich das hinbekomme ohne mich noch mehr zu blockieren.
    Dein Artikel hat mich in meinem Handeln und Fühlen sehr bestätigt und das hilft mir dabei!

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