Inneres Kind: 7 Dinge, die Du ihm sagen solltest

 

 Fühlst Du Dich manchmal überfordert, hilflos oder verzweifelt?

 

Wie ein Kind, das völlig orientierungslos ist?

 

Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Du mit Deinem inneren Kind in Kontakt bist.

 

Das ist gut.

 

Dein inneres Kind will endlich gesehen werden – es gehört zu Dir.

 

Das innere Kind ist der Teil in uns, der alle Erinnerungen daran bewahrt hat, wie unsere Kindheit war, und wie wir uns als Kind gefühlt haben. Es ist die Quelle unserer Freude, Kreativität und Lebendigkeit.

Gleichzeitig trägt es aber auch die tiefsten Verletzungen und Schmerzen in sich.

Wenn Du z. B. Schwierigkeiten damit hast, Nähe zu anderen Menschen herzustellen, dann kann es daran liegen, dass Du Dich nicht genug um das verängstigte und verletzte Kind in Dir kümmerst.

 

Vielleicht musst Du das „in Beziehung zu gehen“ neu lernen.

 

Ein erster Schritt ist es, die Beziehung zu Deinem inneren Kind zu pflegen.

 

 

Dabei spielt es keine Rolle wie alt Du bist. Es gibt ein kleines Mädchen oder einen kleinen Jungen in Dir. Jedes Alter, das Du durchlebt hast, ist in Dir gespeichert.

 

Laut John Bradshaw, Autor mehrerer Bücher zur Heilung des inneren Kindes, haben wir ca. 25 000 Stunden Eltern Tonbänder in unserem Gedächtnis gespeichert.

 

Auf diesen Tonbändern wurde uns nicht nur erzählt, was für wunderbare, gottesgleiche Geschöpfe wir sind…

 

Daher hier 7 Dinge, die Du Deinem inneren Kind sagen kannst, wenn Du ihm auf Deiner Reise nach innen begegnest.

 

1. Schön, dass Du da bist. Du bist hier willkommen.

 

Darf Dein inneres Kind hier sein? Wenn nicht, was macht es dann? Es zeigt sich nicht und bringt sich nicht ein. Es leistet keinen Beitrag und sagt nicht, wie es auf Dinge schaut oder über sie denkt. Wozu auch, seine Meinung zählt ja sowieso nicht…

Vielleicht hat Dein inneres Kind sich nie wirklich willkommen gefühlt in dieser Welt. Mit diesen Worten kannst Du die Begrüßung nachholen.

 

2. Es tut mir leid, dass ich damals nicht für Dich da war.

 

Je nach dem, wie Deine Kindheit war und was das kleine Wesen in Dir alles mitmachen musste: Vielleicht hat Dein inneres Kind kein Vertrauen zu irgendeiner Art von Autoritätsperson und bisher mit Erwachsenen nur schlechte Erfahrungen gemacht. Daher ist es angemessen, dass Du Dich entschuldigst, es so lange nicht beschützt oder wahrgenommen zu haben.

 

 

3. Danke, dass Du so tapfer warst.

 

Danke, dass Du so tolle Strategien entwickelt hast, um zu überleben. Ich verstehe Dich. Jetzt kannst Du ganz Du selbst sein.

 

 

4. Du bist nicht alleine.

 

 Ich möchte ab jetzt für Dich da sein. Du musst Dich nicht mehr anbiedern oder verbiegen. Oder irgendwo reinpassen. Ich weiß, keiner hat Dich verstanden und keiner hat gesehen, wie es Dir geht. Das war gemein. Jetzt bist Du nicht mehr alleine.

 

(Wenn wir mit dem inneren Kind reden, dann macht es Sinn kindliche Worte zu benutzen).

 

5. Ich kümmere mich jetzt um Dich.

 

Als Kind sind wir abhängig von unserem Umfeld. Wir können uns weder aussuchen mit welchen Menschen wir zu tun haben, noch wie sich diese Menschen uns gegenüber verhalten oder welche Botschaften sie uns vermitteln. Wir haben keine Wahl. Um dazuzugehören und zu überleben müssen wir uns anpassen. Alleine wären wir nicht überlebensfähig.

Heute ist das zum Glück anders. Als innerer Erwachsener können wir selbst für unser inneres Kind sorgen. Wir können es ermutigen sich zu zeigen und uns zu vertrauen.

 

6. Du stehst jetzt an erster Stelle. Ich beschütze Dich.

 

Unterbewusst sucht unser inneres Kind oft heute noch nach einem Retter oder einer Retterin. Anstatt uns selbst um seinen kindlichen Schmerz zu kümmern, haben wir uns von ihm abgewendet und gehofft, dass irgendwer im Außen „unser Problem“ löst. Vielleicht ist das kleine Wesen in uns dabei von anderen Menschen enttäuscht und wieder verletzt worden. Unser inneres Kind braucht ausschließlich unseren Schutz und unsere Aufmerksamkeit. Wir dürfen natürlich auch Hilfe von außen annehmen, aber wir sind es, die in letzter Konsequenz für das Kind in uns verantwortlich sind.

 

7. Du darfst jetzt Kind sein.

 

 Du gehörst dazu, Du darfst mitmachen und mitspielen. Du bist gewollt hier, das Leben will Dich genauso, wie Du bist.

 

Damals hatte das Kind in Dir keine Wahl. Es musste sich anpassen. Alles andere wäre lebensbedrohlich gewesen. Heute kannst Du ihm den Raum geben, den es braucht. Das innere Kind muss verstehen, dass es gut genug ist, egal was passiert. Es darf sein, wie es ist. Dein inneres Kind will angenommen werden, mit all seinen Anteilen.

 

 

Die Autorin Luise Hay empfiehlt sich einen Teddy zu besorgen. Oder einen schönen Hasen. Auf jeden Fall etwas, das Deinem inneren Kind gefallen würde.

 

Wie komme ich mit meinem inneren Kind in Kontakt?

 

Dein inneres Kind sitzt, anatomisch betrachtet, im limbischen System, dem Teil Deines Gehirns, der für Deine Gefühle zuständig ist.

 

Wenn das innere Kind sich meldet, dann hast Du es meist mit alten Emotionen zu tun, die nicht gefühlt wurden und die Dein Kind einfach wegstecken musste. (Oder von sich abgespalten hat.)

 

Um Dir die Reise zu Deinem inneren Kind etwa zu erleichtern, hier ein kleine Übung (leicht verändert) von Susanne Hühn:

Stell Dir vor, Du läufst einen wunderschönen Waldweg entlang.

Die Vögel zwitschern und die Sonne scheint. Du gehst auf einen Torbogen zu. Langsam gehst Du durch ihn durch. Jetzt kommst Du auf einen kleinen Weg und am Fuße des Weges steht ein Brunnen. Dort siehst Du Dein inneres Kind. Vielleicht sieht es aus wie auf einem alten Foto von Dir, das Du aus Deiner Kindheit kennst. Vielleicht verhält es sich wild oder scheu. Bleib mit etwas Abstand zu dem Brunnen stehen und sag Deinem Kind die folgenden Worte:

 

  • Ich sehe Dich.
  • Ich verstehe Dich.
  • Ich höre Dich.
  • Ich lasse nicht zu, dass Du weiter verletzt wirst.
  • Du darfst alles fühlen, was Du fühlst.
  • Ich glaube Dir.

 

Die Art wie Dein Kind auf Dich reagiert, ob es Dir vertraut oder nicht, sagt viel darüber aus, wie Du bisher mit Dir und Deinen Gefühlen umgegangen bist.

 

Bleib noch kurze Zeit in der Nähe des Brunnens und dann verabschiede Dich von Deinem Kind und geh zurück durch den Torbogen, in die Welt der Erwachsenen.

Es gibt viele schöne Übungen, um dem inneren Kind zu begegnen. Ein paar weitere erzähle ich Dir in einem der kommenden Artikel.

Möchtest Du gerne mehr solcher Übungen kennen lernen?

Ich freue mich über Dein Feedback.

Das könnte Dich auch interessieren …

5 Antworten

  1. Ilona sagt:

    Liebe Sabine, noch nie hat ein Artikel mir so klar die Beziehung zu meinem inneren Kind erklärt. Als ich die Worte „ich sehe Dich“ laut ausgesprochen habe und dabei ein Foto von meinem inneren Kind angeschaut habe und ihm versprochen habe, dass ich ab jetzt nie mehr zulasse, dass es wieder verletzt wird, sind mir die Tränen runtergelaufen. Ich bin gerade noch in einer Co Abhängigen Beziehungen in der mein inneres Kind nicht gesehen wird und total lieblos und respektlos behandelt wird und ich noch immer nicht die Kraft und den Mut habe mich zu trennen:(

    • Sabine_Berger sagt:

      Liebe Ilona, ich freue mich dass du dich deinem inneren Kind zuwendest :). Alleine dadurch wirst du immer mehr Mut und Kraft bekommen. Eine Trennung ist ja auch eine große Sache. Gib dir einfach etwas Zeit.

  1. September 30, 2018

    […] Dein ängstliches, inneres Kind liebevoll an die Hand und probiere Dich aus. Riskier es zu scheitern oder zu sehen, dass das wovor […]

  2. März 4, 2019

    […] Lesetipp: Inneres Kind: 7 Dinge, die Du ihm sagen solltest […]

  3. Mai 12, 2019

    […] Lesetipp: Inneres Kind: 7 Dinge, die Du ihm sagen solltestL […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.