In wessen Angelegenheiten befinde ich mich?

Laut Byron Katie entsteht ein großer Teil unseres Stresses, wenn wir uns gedanklich außerhalb unserer eigenen Angelegenheiten befinden.

Wenn wir denken, „das hättest du anders machen müssen, du solltest liebevoller und großzügiger sein, du solltest nicht trinken, rauchen oder deine Gesundheit riskieren…

Wenn wir gedanklich in den Angelegenheiten eines anderen Menschen sind, dann sind wir meist nicht bereit Verantwortung für unser eigenes Leben zu übernehmen. Wir wollen bestimmen, was ein anderer tun oder lassen soll. Wie er oder sie denken, fühlen und handeln sollte.

Wir sind nicht mehr bei uns

Bei unseren Angelegenheiten.

Wie will ich darüber bestimmen, was ein anderer Mensch denken oder fühlen soll?

Ich kann nur mein eigenes Denken und fühlen beeinflussen. Und selbst das ist oft nicht einfach so möglich, weil sich in mir möglicherweise jede Menge Unsinn denkt, den ich ungefiltert übernommen habe und der mein Erleben beeinflusst.

Macht mich das passiv und unbeteiligt?

In meinen Angelegenheiten zu bleiben heißt nicht, dass ich, wenn ich etwas sehe, was ich als ungerecht oder falsch empfinde, sage: „Es ist so, wie es ist.“

Nein, ich verstehe einfach: Mit dieser Sache oder diesem Verhalten komme ich klar oder eben nicht. Danach kann ich mich verhalten. Aber ich muss das nicht aufbauschen und nichts Großes daraus machen. Ich muss nicht mit anderen Leuten darüber reden, dass ein anderer unfreundlich ist und warum das so nicht geht.

Ich bleibe bei mir

Ich muss nicht die Angelegenheiten anderer Leute dazu benutzen, mich davon abhalten zu lassen, mein Leben zu leben oder in die Hand zu nehmen.

Ich muss keine Dinge mehr zu mir nehmen, die überhaupt nichts mit mir zu tun haben. Was habe ich damit zu tun, wenn mein Nachbar zu viel trinkt oder zu wenig schläft?

Selbshygiene

In meinen Angelegenheiten zu bleiben ist eine Form reiner Selbsthygiene: Ich schaue bei mir, ich kläre es hier. Schlafe ich genug? Mache ich etwas zu viel oder zu wenig? Beeinträchtigt mich mein Nachbar durch sein Verhalten? Es geht um diese Klärung. Es geht nicht um die Klärung der Welt der anderen. Oder darum, dass ich den anderen erzähle, was bei ihnen nicht stimmt, und wo sie mal hinschauen sollten. Meine Aufgabe besteht nicht darin, das Leben eines anderen Menschen zu führen. Und meine Gedanken sind nicht dazu da, um einen anderen Menschen zu steuern. Ich kann, wenn überhaupt, nur mich steuern.

Byron Katie, Begründerin der Methode „The Work“, empfiehlt zur eigenen Klärung die Frage:

„In wessen Angelegenheit befinde ich mich?“

Ich darf aufhören zu erwarten, dass die Welt oder bestimmte Menschen sich ändern, damit ich mich ändern kann.

Willkommen in deinem Leben und deinen Angelegenheiten 😉

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