Hochsensible Mutter: 5 Dinge, die Dich durch den Alltag retten

 

Hochsensible gelten als außergewöhnlich empfindsame Menschen. Sie nehmen ihre Umwelt intensiver wahr als andere und haben daher auch andere Bedürfnisse. Sie bevorzugen z. B. häufig ruhigere und reizärmere Umgebungen und genießen es, Zeit für sich alleine zu haben.

 

Das ist mit Kindern oft nicht ohne Weiteres möglich.

 

Als hochsensible Mutter steckst Du in einem Dilemma:

 

Dein Kind fordert und braucht Dich und verbreitet dabei gleichzeitig auch jede Menge Lärm und Chaos. Du wünschst Dir Harmonie, musst aber gleichzeitig starke Grenzen setzen und Dinge durchsetzen, die Deinem Kind nicht immer gefallen.

 

  • Aufräumen
  • Zähne putzen
  • ins Bett gehen
  • Hausaufgaben machen

 

Du bist wahrscheinlich regelmäßig damit konfrontiert, dass Dein Kind:

 

  • schrille Töne von sich gibt
  • kreischt
  • schreit
  • nachts nicht schläft
  • Lieder summt
  • mit krächzender Stimme spricht
  • soviel redet, dass Du keinen klaren Gedanken mehr fassen kannst
  • kleckert
  • aufs Sofa krümelt
  • nicht auf Dich reagiert (Stichwort: In´s off sprechen)
  • sich ständig umzieht
  • beleidigt ist, weil Du nie richtig zuhörst
  • Türen knallt
  • weint, bis sich die Balken biegen
  • immer ein Problem hat
  • Stofftiere und Lego auf den Boden schmeißt
  • oder die ganze Schublade
  • alles, aber auch alles (!) durcheinander bringt
  • ständig Deine Aufmerksamkeit und Präsenz einfordert

 

Das kann schon weniger sensible Gemüter in den Wahnsinn treiben.

 

Was kannst Du als hochsensible Mutter tun, um besser durch den Alltag zu kommen?

 

1. Leg Deinen Perfektionismus ab

 

Vielleicht hast Du das Gefühl, nichts auf die Reihe zu bekommen und Deinem Bild vom Muttersein nicht gerecht zu werden. Der Küchenboden klebt, die Wäsche stapelt sich und es ist nichts mehr im Kühlschrank.

Das Leben mit Kindern ist und darf chaotisch sein.

Würdige die Dinge, die Du tust oder getan hast. Du hast die Kinder angezogen und in den Kindergarten gebracht, essen gemacht, eingekauft oder vorgelesen? Lass das, was Du geschafft hast, nicht unter den Tisch fallen und schätze es wert.

Mach Dir eine Liste und notiere alles, was Du erledigt hast. Alle Dinge auf dieser Liste sind ein kleiner Erfolg.

Du tust, was Du kannst. Setz Dich nicht unnötig unter Druck. Du bist keine schlechte Mutter, nur weil nicht alles so wie im Bilderbuch läuft.

Eine Mutter die äußerlich alles perfekt macht ist nicht automatisch gut für ihre Kinder, oder?

 

Also: Mut zur Unvollkommenheit

 

2. Ansprüche und Erwartungen runter fahren (auf Null)

 

Du hast Dir bestimmte Dinge vorgenommen? Einen Monatsbericht zu schreiben, eine Steuererklärung, die Wäsche machen, ein Buch lesen, in Ruhe telefonieren… – geh davon aus, dass es nicht klappen wird. Das nimmt den Druck raus und mindert die Anspannung. Das Tolle ist: Wenn Dein Vorhaben dann doch klappt, ist die Freude umso größer.

 

3. Atmen (hilft immer)

 

Unser Verhalten und unsere Stimmung überträgt sich (Dank unserer Spiegelneurone) auf unser Gegenüber. Das heißt, wir sollten uns in Stresssituationen gut um uns selbst kümmern. Ruhig atmen und uns klar machen, dass unsere Kinder mit uns und unserer Stimmung verbunden sind. Die Ruhe, die wir ausstrahlen überträgt sich auf unser Kind und baut eine Brücke.

 

4. Es ist wie es ist

 

Es tut Dir leid, dass Du genervt bist, Du wärst gerne entspannter, patenter oder freundlicher…

Das kann ich verstehen. Trotzdem gilt es zu akzeptieren, dass Du so bist, wie Du bist.

Vielleicht ist das eben jetzt gerade:

 

  • dünnhäutig
  • gereizt
  • aggressiv
  • und am Limit

 

Anstatt Dich dafür zu verurteilen, überleg Dir lieber, was Du langfristig tun kannst, um Dich besser zu fühlen oder gegen den alltäglichen Stress zu wappnen.

 

5. Setze Grenzen

 

Für Dich und Dein Kind.

Der erste Schritt ist es zu lernen, Deine Bedürfnisse genauso ernst zu nehmen, wie die Deines Kindes.

Das ist Dir zu radikal? Du hast das Gefühl, dann egoistisch zu handeln? Du bekommst ein schlechtes Gewissen, wenn es mal nur um Dich geht?

Wer von klein auf durch sein familiäres Umfeld gelernt hat, dass es nicht ok ist, etwas für sich zu tun, für den ist es tatsächlich schwer, etwas ohne schlechtes Gewissen für sich zu tun.

Trotzdem. Du kannst heute damit beginnen, Dich ernst zu nehmen, Dir zuzuhören, Dir selbst zuzugestehen, dass du Grenzen hast und eine Pause oder Auszeit brauchst.

Du lebst viel entspannter, wenn Du Dich so akzeptierst, wie Du bist und nicht mehr versuchst die perfekte Mutter zu sein.

Vielleicht ist Dir schon aufgefallen, dass Du auf Grenzverletzungen mit Gereiztheit und Aggressivität reagierst – damit ist Deiner Familie auch nicht geholfen. Also, gönn Dir regelmäßig Ruhephasen und Rückzug.

 

6. Ich-Botschaften senden

 

Zeig Deinem kleinen Monster, dass Du auch Bedürfnisse hast und sende Ich-Botschaften.

 

  • Ich muss jetzt noch zu Ende telefonieren
  • Ich muss erst diese Arbeit erledigen, sonst kann ich nicht mit dir spielen…

 

7. Mehr Aussagen machen und weniger Fragen stellen

 

Warum weinst du jetzt? Warum machst du nicht, was ich sage?

 

Viele Fragen, die wir unseren Kindern stellen, machen überhaupt keinen Sinn. Besonders dann nicht, wenn Du weißt, dass Du sowieso keine Antwort bekommst oder Dir die Antwort möglicherweise nicht gefällt…

 

Statt Warum schmeißt du alles auf den Boden? kannst Du auch sagen: Heb das bitte auf und leg es auf den Stuhl…

 

Statt Wollen wir nicht langsam mal gehen? kannst Du auch sagen: So, wir gehen jetzt…

 

8. Schaff Dir Raum für Rückzug

 

Die Neigung zur Überreizung und Überstimulation führt bei HSPs zu einem ausgeprägten Bedürfnis nach Rückzug und Regeneration. Diesem Bedürfnis kannst Du als Mutter oft nicht nachgehen.

Dazu kommt: Die permanente Überschreitung Deiner Grenzen macht Dich gereizt und aggressiv. Das löst ein schlechtes Gewissen aus. Ein Teufelskreis, aus dem Du nur ausbrechen kannst, wenn Du selber gut für Dich sorgst.

Versuch Dir regelmäßig Auszeiten und Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen – das macht Dich nicht zur Rabenmutter. In manchen Ländern wird ein Kind von einem ganzen Dorf groß gezogen.

Wie willst Du eine gute Mutter sein, wenn Deine Nerven so blank liegen, dass Du schon beim kleinsten Mucks an die Decke gehst?

Jemand bietet an, Dich zu entlasten? Dann nimm es an.

 

9. Mach Dir nicht zu viele Gedanken

 

Du fühlst mit, wenn jemand Dein Kind grob anspricht oder verunsichert?

Wenn Du Dich selbst als hochsensibel definierst, dann ist es wahrscheinlich, dass auch Dein Kind oder Deine Kinder hochsensibel sind. Das kann eine zusätzliche Belastung sein. Du machst Dir Sorgen, wie er oder sie wohl in der Welt da draußen klar kommen wird. Keine Sorge, Deine Kinder schaffen das. Sie werden auf ihre Art ihren Weg gehen. Die Nabelschnur ist durch. Du kannst sie bis zu einem bestimmten Punkt begleiten und musst sie dann irgendwann sowieso ziehen lassen.

Wem hilft es wirklich, wenn Du Dir Sorgen machst? Steck Deine Energie lieber in positive Gedanken und mach Dir klar, wie besonders und schön es ist, eine so ausgeprägte Wahrnehmung zu haben. Dein Kind wird zu recht kommen. Du hast es auch bis hierher geschafft, oder?

 

10. Du bist gut genug – Schenk Deinem Kind gezielt Aufmerksamkeit

 

Das Weinen oder Schreien Deines Kindes ist anstrengend für Dich und Du würdest am liebsten weglaufen.

Du hast ständig ein schlechtes Gewissen, weil Du glaubst als Mutter nicht gut genug zu sein und Du denkst die anderen bekommen alles viel besser hin als Du…

Vergiss das.

Es ist Dein Kind und Du bist genau die richtige Mutter.

Dein Kind klammert und Du fühlst Dich von soviel Nähe erdrückt? Das Paradoxe ist, je mehr Du Dich Deinem Kind entziehst, desto mehr wird es klammern.

Wie wäre es, wenn Du ihm gezielt Aufmerksamkeit schenkst und Dir dafür regelmäßige Auszeiten gönnst?

Dein Mantra sollte sein: Ich bin gut genug.

 

 11. Erinnere Dich

 

Du wolltest diese Kinder. Mach Dir immer wieder bewusst, dass Deine Kinder ein kleines Wunder sind. Ok, ein kleines, lautes Wunder. Irgendwann lachst Du über den ganzen Stress von heute und zeigst ihnen alte Fotos…

 

 

Deine Kinder werden Dich triggern

 

Als hochsensible Mutter können besonders die Emotionen Deines Kindes alte Verletzungen bei Dir triggern.

 

Trotzanfälle, Zornesausbrüche, Schüchternheit – all das kann Dich an Deine Kindheit erinnern. Das kann zur Folge haben:

 

  • dass Du Dich voller Mitleid mit Deinem Kind identifizierst
  • Dich bei ihm beklagst
  • oder Dich zornig und beleidigt zurückziehst

 

Hier heißt es: Einen Schritt zurück treten und etwas Abstand gewinnen, damit Du nicht in alte Muster verfällst.

 

Lesetipp: 5 Gründe, warum eine stressige Kindheit Hochsensibilität auslösen kann

 

 

Du wächst an Deinem Kind

 

 

Du bekommst täglich neue Herausforderungen und wirst mit Dir selbst und dem Wesen Deines Kindes konfrontiert.

 

Deine Bereitschaft Dich selber als Lernende zu begreifen, die auch von ihrem Kind wichtige Wachstumsimpulse erhält, ist entscheidend.

 

Hochsensible Mutter oder nicht – Dein Kind wird Dich immer wieder herausfordern und konfrontieren. Das gibt Dir die Chance zu reifen, zu wachsen und Dich zu entwickeln.

 

Sieh es als Geschenk – es ist eins 🙂

 

Buchtipp: Erziehen als Krönung des Erwachsenseins: Das Bergführerprinzip

 

Bist Du vielleicht auch eine hochsensible Mutter?

 

Ich freue mich, von Dir zu hören.♥♥

 

 

 

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