Grenzen: Warum sie für Deine Beziehung wichtig sind

 

Kennst Du das Gefühl, Dich in Deinen Beziehungen zu verlieren und nur noch das Leben Deines Partners zu Leben? Komplett vereinnahmt zu werden und kaum Luft zum Atmen zu haben?

Vielleicht hast Du ein Problem mit Grenzen.

Wer sich innerhalb einer Beziehung gut abgrenzen will, muss seine Bedürfnisse und Wünsche spüren und für sich einstehen können.

Grenzen zu setzen, ist für viele von uns schwer.

Wie das besser gelingt, darum geht’s in diesem Blog Text.

Vielleicht glaubst Du unbewusst,

  • immer freundlich
  • hilfsbereit
  • stark
  • schön

oder einfach perfekt sein zu müssen, um von Deinem Partner geliebt oder wahrgenommen zu werden.

Das ist natürlich sehr anstrengend und kann auf Dauer nicht funktionieren. Wenn Du sehr darauf aus bist, alles richtig zu machen oder zu gefallen, dann ist Deine Energie so stark im Außen, dass Du nicht spürst, was Dir eigentlich wichtig ist. Das ist aber eine entscheidende Voraussetzung, um eine Beziehung auf Augenhöhe zu führen und „gesund“ Grenzen zu setzen.

Wenn Du das Gefühl hast nur zu spüren, was Du willst und fühlst, wenn Du alleine bist, dann können diese 7 Tipps hilfreich für Dich sein.

 

1. Nimm dich wichtig

Wenn Du sehr darauf bedacht bist dem anderen zu gefallen, dann treten Deine eigenen Bedürfnisse automatisch in den Hintergrund. Klar, sie würden es schwerer machen sich an Deinen Partner anzupassen. Du glaubst nur durch Selbstaufgabe geliebt zu werden. Hier steht ein übersteigertes Harmoniebedürfnis Deiner Freiheit und Autonomie im Weg. Für Deine Grenzen kannst Du nur einstehen, wenn Du sie kennst.

Triff die Entscheidung, Dich, Deine Wünsche, Ziele und Pläne wichtig zu nehmen. Erwarte nicht, dass Dein Partner Deine Bedürfnisse berücksichtigt. Er ist damit überfordert und weiß oft gar nicht, was Du Dir eigentlich wünscht. Es liegt in Deiner Verantwortung, Dich für Deine Wünsche stark zu machen. Dein Partner kann Dir erst entgegenkommen, wenn er weiß, was Du willst und Dir erhoffst.

 

2. Schau hin

Oft ignorieren wir, wie andere Menschen sich uns gegenüber verhalten, um die Beziehung nicht zu gefährden oder uns nicht von ihnen trennen zu müssen. Wir reden oder trinken uns Menschen schön und nehmen nicht zur Kenntnis, wie schroff und abweisend sie sich uns gegenüber verhalten. Wir setzen keine Grenzen. Oft liegt dem eine große Verlustangst zu Grunde. Hör auf, Dir etwas vorzumachen und betrachte Deine Beziehung mal aus einer neutralen Perspektive. Manchmal befinden wir uns in einem dramatischen Film und müssen erst mal von außen (mit etwas Abstand) betrachten, ob wir eine bestimmte Rolle weiterhin bedienen wollen, oder nicht.

 

 3. Spüre Dich selbst

Lerne Dich selbst wahr zu nehmen. Wenn Du sehr angepasst und harmoniebedürftig bist und Dich häufig in Deinen Beziehungen verlierst, dann bist Du mit Deiner Aufmerksamkeit zu viel im Außen.

Achte auf Deinen Atem. Schließ die Augen und spüre in Dich rein. Stell Dir immer wieder folgende Fragen:

  • Was will ich eigentlich wirklich?
  • Wo zieht es mich hin?
  • Wann fühle ich mich wohl?
  • Was brauche ich? Und ist das, was ich hier tue, die beste Art für mich zu Sorgen?

 

4. Achte auf Deine Körperreaktionen

Stelle Dir eine Situation vor, in der Du Dich wohl fühlst und Dich gut gefühlt hast. Achte auf Dein Körpergefühl. Dann schüttle Dich oder klopf Dich ab. Jetzt denke an eine Situation, in der Du Dich nicht gut gefühlt hast. Du kannst Dir auch ein Bild vorstellen, das Widerstand in Dir auslöst. Achte auch hier auf Dein Körpergefühl. So bekommst Du eine Ahnung davon, wie es sich anfühlt, wenn Dich etwas anzieht bzw. abstößt.

Achte in Zukunft darauf, wie Dein Körper sich in bestimmten Situationen anfühlt.

Wird er eng oder weit?

 

5. Lerne zu diskutieren und einen Konflikt auszuhalten

Das ist oft eine große Herausforderung. Lass Dich nicht auf einen Machtkampf ein und bleib sachlich. Überleg Dir gute Argumente und sei davor gefeit, in alte Muster zu fallen oder Dramen zu inszenieren.

 

Lesetipp: Drama: Warum wir es lieben

 

6. Nein sagen

Menschen, die sich sehr an ihre Partner anpassen, bzw. sich in ihren Beziehungen verlieren, haben oft Angst, ihren Partner durch ein Nein zu enttäuschen. Oft erahnen sie die scheinbaren Erwartungen des anderen, die gar nicht vorhanden sind. Beziehungen sind viel tragfähiger, wenn beide Partner wissen woran sie beim anderen sind. Vielleicht hast Du Angst, Deinen Partner zu verlieren, wenn Du authentischer wirst. Diese Angst ist in der Regel unbegründet:

Je mehr Verantwortung Du für Deine Wünsche und Bedürfnisse übernimmst, desto berechenbarer und transparenter wirst Du für Deine Umwelt. Das gibt dem anderen Sicherheit im Umgang mit Dir. Er weiß, woran er ist. Dein Gegenüber muss weniger Verantwortung für Dich übernehmen, wenn Du diesen Job selber übernimmst. Das ist sehr entlastend und befreiend für eine Beziehung.

Du kannst Dir auch öfter mal die Frage stellen: Ist das meine Angelegenheit?

Falls Du z.B. in einer Patchwork Familie lebst: Muss ich wirklich den Geburtstag der Tochter meines Freundes ausrichten und dafür jede Menge Kuchen backen? Oder gibt es eine Alternative mit der ich besser leben kann?

Du kannst Dich auch Fragen:

Was kann eigentlich im schlimmsten Fall passieren, wenn ich Nein sage?

Unser Gehirn entscheidet nicht, ob etwas vorgestellt ist oder real passiert. Diesen Fakt kannst Du Dir zunutze machen. Trainiere in Deiner Vorstellung Situationen in denen Du Nein sagst oder Dich abgrenzt.

 

 7. Loslassen

Oft ist die Angst vor dem Alleinsein größer, als die Komfortzone der unglücklichen Beziehung.

Menschen, die sehr angepasst und harmoniebedürftig sind, verharren oft in unglücklichen Beziehungen. Sie haben Angst niemanden mehr zu finden, nicht liebenswert zu sein oder die Idee, dass es in allen Beziehungen gleich schlecht für sie läuft, lässt sie in der Misere verharren.

Was hast Du von einer Beziehung in der Du dem anderen alles recht machen musst oder die nur funktioniert, indem jeder sein eigenes Ding macht?

Es ist gut möglich, dass es etwas Wichtigeres zu tun gibt. Vielleicht lebt da ein bedürftiges kleines Kind in Dir, was Deine Aufmerksamkeit braucht. Wenn Du Dich Dir und Deinem Inneren Kind zuwendest, dann wird Deine nächste (oder die jetzige) Beziehung viel erfüllender und glücklicher.

Ich kenne tatsächlich mehrere Leute, die mit über 70 ihren Traumpartner gefunden haben…gute Aussichten, oder?

Wie ist das bei Dir, fällt es Dir leicht Grenzen zu setzen?

 

 

 

 

 

 

 

 

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1 Antwort

  1. August 27, 2019

    […] Das Paradoxe ist: Wir ersehnen und fürchten gleichzeitig unsere Grenzenlosigkeit. […]

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