Ein simples Geheimnis, um miese Tage zu überstehen

 

 

Kennst Du so richtig miese Tage? Tage, an denen Dir alles über den Kopf wächst und Du froh bist, wenn sie endlich vorbei sind?

Ich schon.

Manchmal wird mir alles zu viel. Ich krieche morgens schon erschöpft aus dem Bett und habe keine Lust. An miesen Tagen bin ich am liebsten alleine. Dann mag ich nicht mal mit meinen Lieblingsmenschen zusammen sein.

Ich quäle mich so durch den Alltag und hoffe, dass mich keiner anspricht und bemerkt wie es mir geht. Lese den Kindern vor, ohne zu verstehen, was ich sage, sehne herbei, dass sie ins Bett gehen, um dann, endlich, mit mir und meinen Gedanken alleine zu sein. Wenn mich dann jemand anruft oder etwas von mir will, bin ich nicht da. Ich gehe nicht ans Telefon und auch nicht an die Tür.

Das ist für manche Menschen nicht leicht zu verstehen.

Bei mir war das schon immer so. Es gab schon seit jeher Momente und auch Tage an denen mir alles zu viel wird: laute Stimmen, Gedanken, Probleme, Anforderungen, Geschichten anderer Menschen – eigentlich alles. Irgendwie halte ich mich und die Welt dann nur schwer aus.

Das Bedürfnis, alleine zu sein, geht bei mir paradoxerweise Hand in Hand mit der Sehnsucht, wirklich dazuzugehören und verbunden zu sein. Teil etwas Größerem zu sein, das Sinn macht.

Neulich habe ich meinen Hund beobachtet, wie er beim Spazieren gehen durch die Pfützen getobt ist. Später haben er und ich dann in meinem Auto gesessen, was mich schon so lange begleitet und immer noch top funktioniert (!) und ich war glücklich.

In solchen Momenten würde ich am liebsten die ganze Welt umarmen und allen Menschen, die ich treffe, erklären, wie wunderbar sie sind. Zum Beispiel der netten Bäckersfrau, mit dem lustigen Dialekt, die immer gute Laune hat und Tag für Tag zuverlässig Brötchen verkauft. In dieser Euphorie rufe ich häufig Freunde an, um mit ihnen zu sprechen. Manchmal gehen sie nicht ans Telefon und rufen auch nicht zurück. „Vielleicht einer dieser miesen Tage“, vermute ich dann und kann das gut verstehen.

Warum ich Dir das schreibe? Vielleicht wird Dir auch manchmal alles zu viel und Du haderst damit.

Das Schöne ist: Das sind nur Zustände, Phasen, Momente.

Sie gehen vorbei.

Sie bleiben nicht.

Gönne sie Dir.

Wo kein Schatten ist, da ist auch kein Licht.

Früher habe ich gegen miese Tage und meinen inneren Zustand angekämpft. Ich habe regelrecht Panik bekommen. Dass dieses Gefühl bleibt, dass es nicht sein darf, dass ich mich aufrappeln muss. Sonst passiert irgendetwas Schlimmes. Dass ich untergehe zum Beispiel.

Dann ging der Kampf los, das Getriebensein und hat mich noch mehr erschöpft…

Heute gönne ich mir solche Tage. Ich vertraue darauf, dass mein Körper weiß, was ich brauche. Dann lasse ich es zu und gebe den Widerstand auf.

Und das ist es auch schon das simple Geheimnis, der ultimative Trick:

Gib einfach auf.

Den Widerstand gegen die Erschöpfung, gegen die Angst, dass es schlimmer wird und nie mehr vorbei geht. Den Widerstand gegen den Widerstand. Erlaube Dir zu erleben, dass es vorbei geht.

Es ist einfach nur ein mieser Tag.

Lass Dich überraschen, vom nächsten schönen Tag.

Er kommt.

Garantiert.

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