Ein kleiner Fehler, der Dich Deine Motivation kostet

 

Kennst Du das? Du nimmst Dir etwas Bestimmtes vor und fängst hoch motiviert an und plötzlich ist die Luft raus und der ganze Spaß ist verflogen?

 

Oft liegt das Problem darin, dass aus dem Wollen ein Müssen geworden ist.

 

Aus Wünschen werden Ansprüche.

 

 

Aus Wünschen wird schon in der Kindheit ein System innerer Gebote

 

 

Als Kind entwickeln wir unterschiedliche Strategien, um in unserem Umfeld klar zu kommen.

 

Diese Strategien beginnen oft als der Wunsch:

 

  • stärker zu sein
  • nützlicher zu sein
  • keine Fehler zu machen
  • etwas besonders Großartiges zu leisten

 

 

Aus diesen Wünschen wird dann nach und nach ein MUSS.

 

Ein Ideal dem wir nachjagen können.

 

Ein Bild von Fehlerlosigkeit und Perfektion

 

Hinter all dem Streben steht das Versprechen: Wenn ich diesem Ideal gerecht werde, dann muss ich mir keine Sorgen mehr machen, dann gehöre ich dazu und werde geliebt.

 

Eine häufige Strategie lautet:

 

Mach keinen Fehler!

 

Kein: Es wäre schön, wenn du es so gut machst wie möglich. Mal schauen, was daraus wird..

 

Nein.

 

Die Sache ist ernst.

 

Hier heißt es nicht: Ich wäre gerne fehlerfrei, sondern so habe ich zu sein.

 

 

Irgendwann sind wir so verstrickt in das, was wir sollen, dass wir nicht mehr wissen, was wir wollen.

 

 

Wünsche von Ansprüchen unterscheiden

 

 

Ansprüche kann ich an mich selber und an andere stellen.

 

Wenn ich mir von meinem Freund wünsche, dass er heute mit mir zu Hause bleibt und wir uns einen schönen Abend machen, und sich dieser Wunsch nicht erfüllt, bin ich wahrscheinlich traurig.

 

Vielleicht auch enttäuscht.

 

Falls ich aber den Anspruch hatte, dass mein Freund zu Hause bleiben sollte, um mit mir den Abend zu verbringen, dann sieht die Sache anders aus…

 

Aus dem Wunsch ist eine Forderung geworden.

 

Wenn mein Anspruch oder meine Forderung nicht erfüllt wird, dann bin ich wahrscheinlich nicht nur traurig, sondern auch ärgerlich.

 

Ein guter Grund Vorwürfe zu machen…

 

Oft kommt es in solchen Szenarien zu sinnlosen Streitereien, bei denen keiner genau weiß, worum es eigentlich geht.

 

Nie bist du da!

 

Immer bist Du weg!

 

Killerphrasen.

 

Warum?

 

NIE macht dicht.

 

Genauso wie IMMER.

 

Bei solchen Formulierungen kann der Empfänger nur in einen Verteidigungsmodus wechseln.

 

In Wirklichkeit müsste man einfach mal klären, dass der Eine an den Anderen eine Forderung stellt. Und dass der Wunsch Zeit mit einander zu verbringen, kein Wunsch ist.

 

Natürlich kann jemand einen Wunsch als eine Forderung verstehen, obwohl es gar keine ist…

 

Oder jemand tut so, als sei es ein Wunsch, der andere weiß aber, dass es eigentlich eine Forderung ist (Beziehungen sind kompliziert).

 

 

Wünsche verwandeln sich oft in Ansprüche an uns selbst

 

 

Vielleicht hast Du den Wunsch, Dich mehr zu bewegen und etwas für Deinen Körper zu tun. Vielleicht fängst Du sogar am nächsten Tag schon damit an. Eine Woche später ist möglicherweise aus Deinem unschuldigen Wunsch Sport zu machen, schon die strenge Forderung geworden:

 

Ich MUSS Sport machen.

 

Und plötzlich fühlt es sich an wie eine Last.

 

Wie lästige Hausaufgaben oder Müll runterbringen.

 

Lust und Freude sind verpufft.

 

Wenn es nur ein Wunsch geblieben wäre – ok.

 

Aber als eine Forderung, die Du nicht erfüllst, kannst Du es Dir jetzt so richtig vorwerfen.

 

Dein innerer Richter triumphiert.

 

Zack.

 

Gescheitert.

 

Den eigenen Ansprüchen nicht genügt.

 

Du kannst Dich schlecht machen, weil Du es (wieder mal) nicht geschafft hast.

 

 

Menschen wehren sich innerlich gegen etwas, was sie tun sollen oder müssen.

 

 

Das Problem ist das MÜSSEN.

 

Damit kann man sich alles vermiesen.

 

Das Schöne ist:

Wir brauchen keine Opfer unseres überzogenen Idealbilds zu bleiben. Wir können mit Spaß an einer Sache dranbleiben, wenn wir unseren inneren Richter außen vor lassen.

 

Weg vom Müssen zurück auf wollen.

 

 

Zurück zum Warum

 

Du kannst Dich fragen:

Woher kam er überhaupt der Wunsch?

Warum hast Du Dich entschieden abzunehmen, spanisch zu lernen, tanzen zu gehen, mehr zu unternehmen?

Es muss ja einmal ein WARUM gegeben habe.

Einen Grund, aus dem Du wolltest.

Aus dem irgendwann ein anstrengendes Sollte/Müsste geworden ist.

Was willst Du eigentlich wirklich?

Und vor allem: Für wen tust Du es?

Vielleicht wolltest Du Französisch lernen, um im nächsten Urlaub Dein Essen ohne Wörterbuch bestellen zu können?

Oder Du wolltest abnehmen, um Dich in Deinem Körper wohl zu fühlen, wenn Du mit Deinen Kindern im Schwimmbad bist?

Vielleicht wolltest Du mehr raus gehen, um anderen Menschen zu begegnen?

 

Sich das eigentliche Warum ab und an mal ins Gedächtnis zu rufen, kann uns in der Spur halten und im besten Fall merken wir:

 

Der Weg bereichert uns und das Ziel ist fast schon egal…

 

 

Wie geht es Dir mit Deinen Wünschen und Zielen?

 

 

 

 

 

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