Die Liebe: schön und schaurig zugleich

Gleich mal vorweg: Ich bin kein Experte zum Thema Liebe. Aber einige Punkte sind mir aufgefallen, die sich scheinbar bei vielen Menschen wiederholen.

Daher hier ein Artikel über das schönste und unberechenbarste Gefühl der Welt.

Die Liebe kommt oft aus dem Nichts. Auf einmal ist da jemand, mit dem man nicht gerechnet hat oder auf den man schon immer unbewusst gewartet hat. Vielleicht jemand, der den Schlüssel zu unserem Herzen endlich umdrehen kann.

Und dann? Eine Achterbahn der Gefühle. Traurig, glücklich, überfordert, sehnsüchtig, verzweifelt, euphorisch, ernüchtert und wieder von vorne…

Wenn wir jemandem näher kommen, werden wir verletzlicher und diese Verletzlichkeit bringt Ängste und Unsicherheiten mit sich.

Ist die Liebe nur ein Egotrip?

Nein, sie ist viel mehr. Aber sie triggert die Angst des Egos nicht bestehen zu können. Und zwar dann, wenn alle Hüllen und Masken fallen. Es ernst und intim wird.

In einem Moment sicher, im nächsten Moment – zack! verunsichert.

Damit kann kein Ego gut.

Es tauchen Fragen auf wie:

  • Habe ich etwas falsch gemacht?
  • Bin ich schön oder sexy genug?
  • Wird er oder sie sich melden?
  • Was fühlt er oder sie?
  • Will der andere mich noch?
  • Funktioniere ich gut?
  • Was ist denn jetzt?
  • Was ist das jetzt?
  • Wohin führt das?

Unglaublich. Spannend. Aufregend. Neu. Unvorhersehbar.

Und nicht zu beantworten.

Die Liebe fordert einem ab, was sie will.

Das größte Glück, den tiefsten Schmerz, die dunkelste Angst. Sie nimmt dir dein Schutzschild und katapultiert dich in völlige Unsicherheit.

Schön und schaurig zugleich.

Wenn es uns wirklich erwischt, dann bringt die Liebe unser Inneres an die Oberfläche.

Und dann kann alles Mögliche passieren.

Vielleicht merken wir: unsere Sehnsucht nach Liebe war so groß, dass eine große Traurigkeit mit ihr schwingt. Das kann uns erst mal erschrecken und Ängste auslösen. Oder wir erkennen wie einsam wir innerlich sind.

Dazu kommt: Sehnsucht hat unterschiedliche Gesichter. Oft konnte man als Kind ein Elternteil nicht lieben, weil das den anderen Elternteil enttäuscht oder verletzt hätte. Dann kommt zu der Sehnsucht nach Liebe für uns selbst, die Sehnsucht nach jemand, den man aus vollem Herzen lieben darf.

Die Liebe führt uns direkt und ohne Umwege zu uns

Wenn wir sie zulassen.

Wir können durch sie entdecken: Viele Sachen, die wir uns von Herzen wünschen überfordern uns und machen uns unendlich viel Angst. Das, was wir uns insgeheim am meisten Wünschen, löst den größten Schmerz, unbewusste Schamgefühle oder tiefe Unsicherheit aus.

Wir denken, dass es nicht wahr sein kann, dass jemand uns ehrlich liebt oder dass alles wieder auffliegt und der andere merkt, dass wir eigentlich nicht so sind, wie er oder sie glaubt.

Wir haben Angst ihn oder sie zu langweilen, zu nerven, zu enttäuschen, zu erschrecken und zu verlieren.

Verlustangst ist ein heißes Eisen, das in Liebesdingen oft geschmiedet wird.

Und da ist natürlich auch die Angst, uns wirklich einzulassen und dann mit dem möglichen Rückzug des anderen, nicht klar zu kommen oder daran zu zerbrechen.

Was wäre wenn dein Herz viel größer ist als jedes Gefühl oder jeder Schmerz und gar nicht brechen kann?

Liebe braucht Bewusstheit

Wie gehen wir mit Distanz und Schmerz um?

Wann werden wir zum trotzigen Kleinkind?

Kennen wir unsere Muster und Trigger?

Wir betreten möglicherweise emotionale Minenfelder, wenn wir einander näher kommen.

Liebe lässt alte Wunden aufbrechen: die Angst vereinnahmt oder verlassen zu werden, die Angst vor Abhängigkeit vom anderen, die Angst sich selbst zu verlieren oder kollektive Erwartungen und tiefen alten Groll aufs andere Geschlecht.

Sehnsucht nach Intimität

Wenn man den Sex nicht vom Herzen trennt und Liebe ins Spiel kommt, dann wird es automatisch intim.

Die Frage ist immer, ob man echte Nähe will bzw. ob man bereit dafür ist.

Sex, ohne Liebe, hat einen Vorteil und einen Nachteil: Er berührt dich nicht wirklich. Man sagt, er kann heiß sein und süchtig machen. Aber er macht dich nicht satt und hält dich hungrig.

Lesetipp: 11 Anzeichen die darauf hindeuten, dass Dein Partner ein Problem mit Nähe hat

Fast in jeder tiefen Beziehung werden irgendwann die Wunden der einen Person, die der anderen berühren.

Wirkliche Intimität geht uns unter die Haut und macht uns berührbar für uns und unser Gegenüber.

Das heißt, wer wirkliche Verbundenheit und Nähe haben will muss akzeptieren:

Liebe beinhaltet alles – auch Verletzlichkeit.

Vielleicht haben wir der Liebe nie eine Chance gegeben aus Angst es nicht aushalten zu können, wenn der andere uns wieder wegstößt. Oder weil wir insgeheim glauben, doch nicht liebenswert zu sein.

Wenn wir uns schämen oder peinlich berührt sind und uns Gefühle von Wertlosigkeit überrollen, ist es natürlich schwierig, zu glauben, dass jemand uns lieben kann.

Das Schöne ist: Die Liebe ist eine so machtvolle Kraft und wenn sie auf aufrichtige Weise kommt, dann kann sie sogar die dickste Mauer durchbrechen. Und dann können wir merken: Wir brauchen nicht irgendwer und irgendwie zu sein, wir müssen nicht erst kämpfen. Der andere ist nicht der Feind der uns richtet. Wir sind hier und begegnen uns in Liebe.

Buchtipp: Wenn Sex intim wird

Gedanken und Gefühle sind mächtig

So lange wir glauben, dass es bestimmte Situationen gibt, die wir einfach nicht aushalten können, gehen wir das Leben mit zusammengebissenen Zähnen an. Wenn wir bestimmten Gedanken und Vorstellungen keinen Raum mehr geben, dann können wir uns öffnen und kosten, wie uns das echte Leben schmeckt.

Wir lassen los und entdecken: Das Herz ist größer als wir glauben und die Liebe hüllt alles ein.

Loslassen fängt im Kopf an. Wenn du meine Hilfe dabei möchtest, dann schau gerne mal  HIER  auf meiner neuen Seite vorbei.

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2 Antworten

  1. September 17, 2019

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  2. September 17, 2019

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