Die drei häufigsten Irrtümer über Selbstliebe

 

Es heißt, Selbstliebe ist gesund und die Voraussetzung, um überhaupt jemanden lieben zu können.

 

Andere sagen Selbstliebe sei egoistisch…

 

Ja, was denn nun?

 

 

Hier die drei häufigsten Irrtümer zum Thema Selbstliebe.

 

1. Ich kann mich nur lieben, wenn mich ein anderer liebt

 

Geliebt zu werden, ist wunderschön. Besonders, wenn diese Liebe von jemand kommt, den wir auch lieben…

 

Was aber, wenn gerade keiner da ist, der mich liebt?

 

Wie fühlt es sich an, auf Liebe zu hoffen?

 

Auf sie zu warten?

 

Oder meinen Wert davon abhängig zu machen, ob jemand mich liebt?

 

Hilflos.

 

Weil ich zum Bittsteller werde. Ich bettele den Anderen an, mir Liebe zu schenken.

 

Die Amerikaner nennen das „needy“. Bedürftig.

 

Wenn wir uns nur dann gut fühlen, wenn jemand uns liebt, machen wir uns abhängig – wir sind Süchtige.

Liebe einzufordern, sich nach ihr zu verzehren, bedeutet unweigerlich zu leiden.

Denn: Echte Liebe kann nur gegeben werden.

Oder glaubst Du, ein erzwungener Liebesbeweis ist vergleichbar, mit der Liebe, die jemand Dir freiwillig aus vollem Herzen schenkt?

 

Hier eine schöne Übung zur Selbsterkenntnis von Christian Meyer, die ich etwas verändert habe.

 

Stell Dir die Fragen:

 

Was tue ich, um von anderen geliebt zu werden?

 

Wie habe ich mich selbst schon verraten und verkauft, um Liebe und Anerkennung zu bekommen?

 

Vielleicht stellst Du fest:

 

  • Ich habe anderen mehr als nötig geschmeichelt
  • Gemeinheiten ignoriert
  • Ja gesagt, obwohl ich Nein meinte
  • Mein Licht unter den Scheffel gestellt
  • Mich hilfloser gegeben als ich bin
  • Meine Meinung zurück gehalten
  • Wichtige Gefühle betäubt
  • Sachen gegessen und getrunken, die mir nicht gut tun

 

Du kannst Dir abschließend die Frage stellen:

 

Wodurch möchte ich Liebe und Anerkennung bekommen?

 

2. Selbstliebe ist egoistisch

 

Meist bekommen wir schon als Kind vermittelt, dass wir egoistisch sind.

Das muss uns nicht mal explizit gesagt werden.

IItalienische Wissenschaftler entdeckten, dass wir beim Wahrnehmen der Gefühle unseres Gegenübers Hirnaktivitäten zeigen, die uns die Gefühle des anderen real miterleben lassen. Unsere Spiegelneurone melden uns, was Menschen in unserer Nähe fühlen, und lassen uns deren Emotionen am eigenen Leib erfahren.

Wenn unsere Eltern wenig zu geben hatten, weil sie selber bedürftig waren, dann konnten wir das spüren.

In uns entstand womöglich das diffuse Gefühl, Mama oder Papa traurig zu machen, uns zu wenig zu kümmern, zu viel zu wollen und nicht gut genug zu sein.

 

Wenn ich mich nicht selbst liebe, dann lebe ich im Gefühl des Mangels.

 

Immer fehlt etwas. Ich fühle mich wie ein Junkie.

 

Ich bin abhängig davon, dass mir andere Menschen

 

  • ihre Wertschätzung zeigen
  • ihren Respekt zollen
  • mir aufmerksam zuhören
  • mich wahrnehmen
  • und sich für mich interessieren

 

Mein Tank ist leer.

Ich bin leer.

Zu kurz gekommen.

Ich kann mir nicht selber geben, was ich brauche und bin darauf angewiesen mir alles im Außen zu holen.

Das ist ganz schön anstrengend…

Außerdem gibt es ja meist keinen, der bereit ist, mich jederzeit mit Liebesbeweisen zu füttern und mich rund um die Uhr toll zu finden.

Vielleicht hat derjenige, der das tun soll, gelegentlich auch andere Dinge zu erledigen..

Dazu kommt: Wer sich selbst nicht leiden kann, der mag auch meist sein Gegenüber nicht. Und wer andere nicht mag, der beschuldigt sie, klagt an, kritisiert oder versucht sie zu verändern und passend zu machen

Wenn ich lerne, mich selbst mehr zu lieben und plötzlich weniger Anerkennung von meiner Umwelt brauche, kann sich das für mein Umfeld paradoxerweise egoistisch anfühlen.

 

Mehr Selbstliebe bringt auch mehr Ehrlichkeit mit sich.

 

Und das hat häufig Konsequenzen:

  • Vielleicht achte ich mehr auf meine Bedürfnisse
  • Tue anderen keinen Gefallen mehr, der sich nicht wirklich stimmig für mich anfühlt
  • Sage ehrlich, was ich denke, anstatt den anderen mit meinem Schweigen zu schonen oder bei Laune zu halten
  • Lasse mich nicht mehr so leicht in Abhängigkeiten verstricken

 

3. Ich kann mich nicht selbst lieben, wenn ich nicht irgendetwas Großartiges hinbekomme

 

Was wäre, wenn Du nicht erst beweisen müsstest, liebenswert zu sein?

Das Leben ist ein Geschenk – das vergessen wir oft.

Es kommt von etwas Größerem als unser Verstand je begreifen könnte.

Wir müssen uns nicht erst unseren Platz und unsere Daseinsberechtigung erkämpfen. Das Leben ist kein Hundertmeterlauf bei dem es am Ende darum geht, wer der Schnellste war oder wer die Medaille bekommt.

Ein Geschenk ist an keine Bedingungen geknüpft. Wir dürfen es auspacken und entdecken und (so lange wir keinen damit verletzen) damit tun, was wir wollen.

 

 Was kannst Du für Deine Selbstliebe tun?

 

Du kannst auf Deine Impulse hören (egal, was dein Verstand dazu sagt).

 

Dich mehr wahrnehmen und in Dich reinspüren:

 

  • Was brauche ich?
  • Was sind meine Bedürfnisse?
  • Wie fühle ich mich?
  • Was inspiriert mich?
  • Welche Menschen tun mir gut?
  • Lebe ich meine Träume?
  • Bin ich mir selber ein guter Freund?
  • Ernähre ich mich gesund, bewege ich mich genug, gönne ich mir genug Pausen?

 

Du kannst Dich mehr achten, indem Du keine faulen Kompromisse mehr eingehst.

Ehrlicher bist. Zu dir und zu anderen.

Und Nein sagen, wenn du Nein meinst.

Du kannst geduldig mit Dir sein, anstatt Dich zu kritisieren.

Oft kritisieren wir uns für die kleinsten Fehler und fühlen uns schuldig.

Wir könnten uns fragen:

Wie würde ich mich verhalten, wenn es um jemand anderen ginge?

(In der Regel würden wir mit anderen viel verständnisvoller umgehen).

Du kannst in Dich reinspüren, Deine Gedanken beobachten und Dir bewusst machen:

Nur, weil ich etwas denke, muss es nicht wahr sein.

 

Fazit:

 

Selbstliebe ist wichtig. Ohne sie verrennen wir uns im Außen.

Wir sind aber auch soziale Wesen – deswegen brauchen wir andere Menschen.

Und deren Liebe.

Um Liebe zu schenken, muss unser Fass voll sein.

Wenn das nicht mal ein guter Grund ist, sich selbst zu lieben.

Schon allein für unsere Kinder…

 

Was hast Du für Erfahrungen mit Selbstliebe gemacht? Was bedeutet sie für Dich?

 

Ich freue mich auf Dein Feedback!

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Das Tracking über Google Analytics zulassen:
    Diese Auswahl hat zur Folge, dass wir das Besucherverhalten auswerten können und Ihnen in späteren Werbeanzeigen individuell für Sie passende Werbung zusenden dürfen.
  • Nur notwendige Cookies zulassen:
    Wir verzichten auf den Einsatz von Google Analytics. Es werden jedoch technisch notwendige Cookies gesetzt.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück