Dein Mindset bringt Dir gar nichts

 

 

…wenn Du nicht bereit bist Dich mit den Verletzungen Deiner Vergangenheit zu konfrontieren.

 

Der Begriff Mindset wird oft inflationär gebraucht und suggeriert man müsse einfach nur seine Denkweise ändern, um sein Leben positiver zu gestalten. „Einfach nur“ positiv zu denken und neue Glaubenssätze zu affirmieren, führt noch lange nicht dazu innere Blockaden aufzulösen und ins Handeln zu kommen.

 

Ob ich ein Ziel habe oder nicht, ich werde immer wieder mit mir selbst konfrontiert. Solange ich meine Emotionen und Muster nicht durchschaue, bin ich ihnen ausgeliefert. Ich handele und wünsche mir möglicherweise etwas, auf der Basis einer verletzten Kinderseele, die in sich gefangen ist und erst heilen muss, bevor sie entscheiden kann, was sie wirklich will und braucht.

 

 

Mindset: Unser innerer Filter

 

Mindset ist ein Begriff aus dem Englischen, der unterschiedlich übersetzt werden kann. Im Allgemeinen bezeichnet er unsere innere Haltung unsere Weltanschauung und Denkweise.

Unser denken, fühlen und handeln und unsere innere Haltung zu bestimmten Themen, bedingen sich wechselseitig und sind geprägt von Erfahrungen, die wir gemacht haben. Dazu gehören positive, die uns in bestimmten Bereichen ermutigen und bestärken, und genauso negative, die dazu führen können, dass wir uns an bestimmte Aufgaben nicht heran wagen.

Unser Mindset arbeitet auf der Basis unserer Prägungen wie ein Filter, der bestimmt, wie wir unsere Umwelt, aber vor allem unsere eigenen Möglichkeiten wahrnehmen.

Oft steht uns ein alter Schmerz im Weg, um unser Mindset so zu gestalten, dass wir unser Leben zum Positiven verändern können.

 

 

Unser Unterbewusstsein speichert zeitlos

 

 

Vielleicht kennst Du Situationen, in denen Du Dich verzweifelt, überfordert und hilflos gefühlt hast. Nicht wie ein Erwachsener sondern wie ein kleines Kind? Unser Unterbewusstsein speichert zeitlos. Das heißt, die Erlebnisse, die wir als Kind gespeichert haben, können jederzeit reaktiviert werden. Unser Unterbewusstsein behandelt alte Erinnerungen so, als würden sie im Jetzt passieren. Das, was wir mit fünf Jahren für wahr hielten, ist mit fünfzig Jahren noch brandaktuell.

 

Sigmund Freud bezeichnete diese Art des Handelns als agieren. Wer agiert, reagiert z.B. auf Kritik wie ein trotziges Kind oder fühlt sich durch eine harmlose Bemerkung tief gekränkt. Diese alten Verhaltensmuster treten besonders unter Stress auf. Dann, wenn es nicht gut läuft und unsere Ressourcen aufgebraucht sind.

 

 

Auch psychischer Schmerz hinterlässt Spuren

 

 

Kinder glauben, wenn irgendetwas in ihrer Familie nicht in Ordnung ist immer, es sei ihre Schuld. Ob das die Scheidung der Eltern oder die Traurigkeit der Mutter ist. Nach ihrer Wahrnehmung dreht sich die ganze Welt um sie. Wenn ein Kind zum ersten Mal denkt, es sei nicht liebenswert, dann tut das tatsächlich weh. Bilder von Gehirnscans beweisen, dass körperliche Misshandlungen die gleichen Aktivitäten im Schmerzzentrum des Gehirns auslösen wie psychischer Schmerz.

Dieser Schmerz und die mit ihm verbundenen Gedanken werden unterdrückt. Die Erinnerung wird eingefroren. Jedes Mal, wenn in irgendeiner Situation die Erinnerung an den Schmerz und die damit verbundenen Gedanken ausgelöst werden, gehen wir emotional zurück in die Kindheit.

 

Ängste aus der Kindheit sind meist irrational. Trotzdem erleben wir sie als würden sie gerade in diesem Moment stattfinden. Unser Unbewusstsein speichert, wie schon erwähnt, zeitlos.

 

Vergleichbar mit einem Schmerzgedächtnis kann unser Körper im Bereich psychischer Verletzungen ein Emotionsgedächtnis (z.B. ein Wut, Trauer oder Angst Gedächtnis) entwickeln.

 

Wenn beispielsweise alter Groll in Deinen Zellen sitzt, Du jemanden hasst oder Dich an jemandem rächen willst, dann hältst Du unbewusst Deinen Schmerzkörper aufrecht. Diese offenen Rechnungen aus der Vergangenheit gären in Dir und beeinflussen Dich stärker als Dein gedanklich entwickeltes Mindset.

 

Stress blockiert unseren Verstand

 

 

Von schwer traumatisierten Menschen ist bekannt, dass sie im Flashbackerleben keinen Zugang zu ihrem Sprachzentrum haben. Emotionaler Stress kann uns, auch wenn er weniger dramatisch ausfällt, die Sprache verschlagen. Der Stress zu versagen, bloßgestellt zu werden oder Ähnliches kann vergleichbare Effekte haben.

 

 

Bestimmte Situationen oder Personen berühren unsere wunden Punkte und aktivieren belastende Erinnerungen. Wie aus dem Nichts fühlen wir uns bedroht oder überfordert. Wir reagieren wie ein verängstigtes Kind und haben keinen Zugang mehr zu unserem Verstand. Unser Großhirn schaltet aus. Wir stolpern über eine schmerzhafte Erinnerung (z.B. dass wir in der Schule gehänselt wurden, in Mathe immer der Schlechteste waren oder uns nie jemand geholfen hat) und hängen in unseren Emotionen fest.

Unser Unterbewusstsein arbeitet mit Assoziationen. Möglicherweise assoziiert es durch bestimmte Situationen eine alte Ich bin nicht gut genug Erinnerung. Die Liste der Stresstrigger ist in manchen Fällen schier unendlich.

 

Wir assoziieren beispielsweise die laute Stimme unsers Vorgesetzten mit dem Lehrer, der uns immer vorgeführt hat. Und schon fühlen wir uns plötzlich hilflos und klein.

 

Solche Verbindungen sind nicht immer ganz eindeutig zu erkennen. Unser Unterbewusstsein assoziiert nicht nach männlich oder weiblich, sondern nach fühlt sich so an wie damals, als dieses oder jenes passierte. Das heißt, der männliche Kollege, der sich über uns lustig macht, kann mit der großen Schwester, die immer bevorzugt wurde, assoziiert werden. Auch Blicke, eine bestimmte Atmosphäre oder Geräusche können Trigger für eine unangenehme Erinnerung sein.

 

 

Das Haus sauber machen, bevor die Gäste kommen

 

Es macht Sinn, Deine persönlichen, emotionalen Knoten gezielt zu erforschen und zu verarbeiten, bevor Du Deine innere Einstellung und Deine Denkweise veränderst.

Hierzu gibt es vielfältige Ansätze und Methoden. Bei allen Techniken geht es darum, die Emotionen, die ins Stocken geraten sind, wieder in Fluss zu bringen. Sobald die Emotion durch unseren Körper fließt, beginnt der Selbstheilungsprozess. Der Körper verfügt über eine individuelle Weisheit, die es ihm dann ermöglicht, sich selbst zu heilen.

 

Hilfreiche Ansätze

 

 

Meiner Erfahrung nach hat sich hierzu besonders die Kombination folgender Ansätze bewährt:

 

  • Vergebungsarbeit, um alten Groll, Wut oder Hass aufzulösen und Deinen Schmerzkörper zu heilen. (Sehr empfehlenswert: Das Buch „Radikale Vergebung“ von Colin Tipping)
  • Aktive Selbsterforschung und die Bereitschaft, alles zu fühlen, was auftaucht
  • Die körperliche Fähigkeit entwickeln, tatsächlich alles fühlen zu können (d.h., den Körper so zu entspannen, dass Gefühle frei fließen können)
  • Kinesiologische Muskeltests (zum Auffinden unbewusster Stresstrigger)
  • Techniken der bilateralen Hemisphären Stimulanz, bei denen beide Gehirnhälften motiviert werden, ein Thema ganzheitlich zu verarbeiten

 

Wenn Du Fragen zu den unterschiedlichen Ansätzen hast oder mehr darüber erfahren möchtest, dann melde Dich gerne bei mir!

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1 Antwort

  1. Januar 20, 2019

    […] Dein Mindset bringt Dir gar nichts […]

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