Dating: Warum Verbindlichkeit so sexy ist

 

 

 

Angst vor Verbindlichkeit – das ständige Jein

 

 

Dating Glück heute heißt: Wahlfreiheit.

 

Der Digitalisierung sei gedankt.

 

Das ist gut und schlecht zugleich.

 

Natürlich ist es angenehm, als Single nicht auf jeden einzelnen Typen springen zu müssen, der sich in Dein Kaff verirrt hat.

 

Aber hey, die neue Wahlfreiheit hat auch einige Nachteile.

 

Schon mal etwas von Benching gehört?

 

Das heißt so viel wie sich jemanden halbherzig warmhalten – eigentlich kein neues Phänomen, aber durch die Digitalisierung viel häufiger anzutreffen.

 

Dating ist heute extrem unverbindlich

 

Eine Bekannte von mir ist mit einem Typen, den sie aus dem Netz kannte, ausgegangen. Bis er plötzlich von heute auf Morgen verschwand. Spurlos. Irgendwer hat mal irgendwo wen gesehen, der ihm ähnlich sah…

 

Auf Apps wie Tinder ist es normal, dass Menschen, mit denen man sich wochenlang geschrieben hat, plötzlich nicht mehr antworten, oder trotz Verabredung, nicht auftauchen. Das nennt man Ghosting.

 

Alle diese Erscheinungen handeln von der Angst vor Verbindlichkeit.

 

Selbst in längeren Beziehungen und Ehen findet man sie.

 

Es ist nur scheinbar ein großer Gewinn, viele Optionen zu haben

 

Im Grunde leidet man darunter.

 

Nichts gegen Freiheit – aber Unverbindlichkeit ist keine wirkliche Freiheit.

 

Sie ist eine Art Flucht.

 

Die Forderung nach mehr Nähe und Verbindlichkeit löst bei vielen Menschen den Druck aus, diese Gefühle erwidern zu müssen. Deshalb tauchen sie lieber ab…

 

Unverbindlichkeit ist das perfekte Schlupfloch für Menschen, die Probleme damit haben:

 

  • sich abzugrenzen
  • bloßgestellt
  • oder enttäuscht zu werden

 

 

Freiheit und Unabhängigkeit dienen hier oft als Schutz vor Enttäuschung oder Vereinnahmung.

 

 

Eine(r) von vielen

 

Du tust Dir selber keinen Gefallen damit, jemand warm zu halten oder selber warm gehalten zu werden.

 

Damit signalisierst Du Dir und Deinem Unterbewusstsein:

 

Ich bin keine Priorität, sondern nur eine Option (von wer weiß wie vielen).

 

Auf jeden Fall nicht wichtig genug, um an erster Stelle zu stehen.

 

Was ist das für eine Botschaft?

 

Jedenfalls keine Gute.

 

Beim Daten oder der Partnerwahl geht es nicht darum, das zu nehmen, was man bekommen kann, sondern das, was sich am aller, aller besten anfühlt und uns richtig gut tut.

 

Wenn jemand Dich nicht wirklich will, ignoriert oder schlecht behandelt, dann ist er oder sie reine Zeitverschwendung. Selbst dann, wenn er Dir ab und zu einen kleinen Brotkrümel in Form eines Likes oder etwas Vergleichbarem hinwirft.

 

Fakt ist: Derjenige sagt Nein zu Dir.

 

Das ist aber nicht das eigentliche Problem.

 

Wenn jemand Nein zu Dir sagt (egal wie schwammig) und Du Dich in eine Art Warteschleife versetzen lässt, dann sagst Du gleichzeitig auch Nein zu Dir selbst. Du minderst Deinen Wert, indem Du Dich hinhalten lässt mit dem Wissen, da hat jemand bereits Nein gesagt…

 

Limitier Dich nicht, weil Du denkst:

 

  • etwas Besseres als ihn oder sie werde ich womöglich nicht bekommen
  • ich bin zu klein
  • zu groß
  • zu verkorkst
  • irgendwie nicht richtig

 

 

 

Das stimmt nicht.

 

Das sind alles nur Gedanken über Dich, die falsch sind.

 

Es geht viel besser. Sexy. Echt. Eindeutig.

 

 #Lesetipp: Liebessucht: Wie Du ihn einfach loslassen kannst

 

Verbindlich werden

 

Ein klares Nein ist wichtig für unsere Kontur. Wenn ich Ja sagen möchte, muss ich auch Nein sagen können. Wenn alles gleich ist, dann ist nichts mehr besonders.

 

Mein Nein ist eine Aussage darüber, was mich ausmacht oder für was ich einstehe. Es zeigt meine Grenzen und definiert mich mehr, als mein Ja.

 

Ein Nein braucht Mut und Klarheit.

 

Genauso wie ein echtes Ja.

 

 

Klarheit ist sexy

 

 

Klare Entscheidungen sind sexy. Eindeutig.

 

Es sind nicht zig Schubladen auf, sondern nur eine, die jetzt gerade dran ist.

 

Was also tun, wenn jemand Dich auf die lange Bank geschoben hat?

 

Dem andern einfach deutlich machen, dass das Warten und Nicht-mehr-als-eine-Option von vielen zu sein, nicht das ist, was Du Dir unter Liebesglück vorstellst. Vielleicht tut das erstmals weh, weil Du denkst, jetzt habe ich einen potentiellen Partner verloren oder jemanden, den ich noch von mir hätte überzeugen können.

 

Aber: Wenn jemand nicht wirklich Ja zu Dir sagt, dann wird er es auch in Zukunft nicht aus vollem Herzen tun. Besonders dann nicht, wenn Du Dich so unter Wert verkaufst.

 

Gegen Unverbindlichkeit und Ungewissheit hilft vor allem der Mut, eine Entscheidung zu treffen.

 

Verbindlich zu werden.

 

Vor allem sich selbst gegenüber.

 

Das Paradoxe ist: Verbindlichkeit zeugt von großer innerer Freiheit. Der Freiheit Dich mit einem anderen Menschen verbinden zu können und ihn und Dich in dieser Konstellation auszuhalten. Wer mit sich selbst im Reinen ist und sich gut abgrenzen kann, der muss nicht flüchten, wenn ein anderer ihm nahe kommt.

 

 

Alles ist vergänglich

 

 

Wir und alle die wir kennen sind so um die 80 Jahre auf diesem Planeten. Dann ist der Trip vorbei.

 

Auf was willst Du warten?

 

Du lebst jetzt.

 

Und Ja heißt nicht für immer und ewig…

 

Verbindlichkeit ist das Gegenteil von einem Leben im Testlauf.

 

An eine Ehe oder Familie ist man heute nicht mehr gekettet, man wählt sie frei.

 

Du musst niemanden mehr heiraten, weil dessen Acker gut zum Acker Deiner Familie passt.

 

Und was feste Beziehungen betrifft: Selbst eine Ehe oder Kinder bedeuten nicht, dass man zwingend sein Leben miteinander verbringen muss, wenn es nicht mehr läuft. Du entscheidest jeden Tag neu, ob es weiter geht oder nicht.

 

Ich empfehle Dir: Heirate den Menschen, mit dem Du zusammen bist (zumindest innerlich), heirate das, was Du tust, sei mutig und verbindlich.

 

 

Kein Schauen wir mal, vielleicht, sondern ein: Ja, Du bist es.

 

 

Jetzt. Hier. Heute. Was morgen ist, das sehen wir dann.

 

Wie verbindlich bist Du in Deinen Beziehungen?

 

 

 

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