Berufung finden: Die 10 größten Fallen auf dem Weg

 

Hast Du Dich schon mal gefragt, ob es so etwas wie eine Lebensaufgabe gibt und wenn ja, welches dann wohl Deine (Berufung) ist?

Ihre eigentliche Berufung zu finden, ist für die meisten Menschen ein essenzielles Thema.

 

Hier zehn Stolperfallen auf dem Weg dort hin.

 

1. Ich muss damit äußerlich erfolgreich sein – und zwar sofort

 

Natürlich ist es eine schöne Vorstellung, dass „unsere Berufung“ uns finanziell frei und unabhängig macht und wir für alle Tage ausgesorgt haben. Eine Berufung muss aber nicht zwingend zu materiellem Erfolg führen. Es kann auch ein Hobbie sein oder etwas, was wir einfach tun, weil es uns wirklich Freude bereitet oder uns aus vollem Herzen erfüllt.

 

Ziele, Ergebnisse und materieller Erfolg sind oft überbewertet. Sieh das ganze Thema Berufung doch mal spielerischer. Du machst eine Erfahrung nach der anderen und probierst Dich aus. Manche Sachen werden Dir liegen andere nicht.

 

2. Ich kann mich nicht entscheiden, was ich tun möchte

 

Manche Menschen versäumen das kleine Glück, während sie vergebens auf das große warten.

Oder einfacher ausgedrückt: Gib die Suche auf.

Vielleicht gehörst Du zu den sogenannten Scanner Persönlichkeiten und hast von je her unzählige Interessen und Vorlieben. Du musst Dich nicht festlegen. Das liegt nicht in Deiner Natur. Du bist hier, um Dich auszuprobieren und Spaß zu haben. Leg einfach los und schau wie sich die Dinge anfühlen, wenn Du sie tatsächlich tust. Das bringt Dir Klarheit und stellt die Weichen für Deine zukünftigen Vorhaben.

 

Vielleicht ist es ja nicht der Sinn, die Berufung zu finden, sondern es einfach zu tun?

 

Mach es doch einfach mal bewusst unperfekt und mit Anfängergeist.

 

Und stell Dir folgende Fragen:

 

  • Was macht mir Freude?
  • Was ergibt sich auf natürliche Weise
  • Was kann ich für alle beitragen?

 

 

3. Wenn es meine Berufung ist, dann muss es immer Spaß machen und sich gut anfühlen

 

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Wenn Du Deinen Weg gehst, dann kommen Deine Themen hoch. Es heißt also nicht, dass Du auf der falschen Fährte bist, wenn negative Emotionen Deinen Weg kreuzen. Je wichtiger uns etwas ist, desto größer können innere Widerstände oder Ängste werden.

Nimm Dein ängstliches, inneres Kind liebevoll an die Hand und probiere Dich aus. Riskier es zu scheitern oder zu sehen, dass das wovor Du Angst hast gar nicht so schlimm ist. Wenn wir etwas Neues ausprobieren oder uns grundlegend verändern, dann gehört Angst immer dazu.

 

4. Ich muss von Anfang an wissen, dass das, was ich tue, 100% mein Ding ist.

 

Wir müssen austesten, was uns gut tut oder bereichert und was nicht. Oft handeln wir aus anerzogenen oder geprägten Mechanismen heraus und müssen erst in einigen Sackgassen landen, um zu wissen, das passt und jenes nicht.

Eine Lebensaufgabe ist nichts in Stein gemeißeltes. Sie darf und kann sich entwickeln und in unterschiedlichen Lebensphasen auch grundlegend verändern.

 

5. Das ist doch nichts Neues/ Das machen doch schon so viele

 

Ja, es gibt viele Menschen, die sich für den gleichen Bereich wie Du interessieren oder die gleiche Tätigkeit ausüben. Aber keiner kann es exakt so machen wie Du oder ich. Wir alle haben eine unterschiedliche Ausstrahlung und ziehen dementsprechend andere Menschen in unser Leben. Die Art und Weise, wie Du etwas tust, unterscheidet sich von der, wie andere es tun, sagen oder verkaufen. Du bist einzigartig. Also, keine Scheu vor der Konkurrenz. Es gibt für jeden Topf einen Deckel.

Außerdem: Wenn wir Menschen helfen ein Problem zu lösen oder ihr Leben in irgendeiner Form zu bereichern, hat unser Tun immer einen Wert.

Falls Du glaubst „Dein Markt“ sei gesättigt, dann empfehle ich Dir diesen Artikel von Max Be: Was Bananen mit deinem Business-Mindset zu tun haben

 

6. Dem inneren Ruf muss man radikal folgen

 

Deiner Berufung zu folgen heißt nicht, dass Du alles andere sein lassen musst und Dich ab sofort radikal und ausschließlich einer bestimmten Aufgabe widmen musst. Dem einen liegt ein Sprung ins kalte Wasser, der andere testet erst mal mit dem kleinen Zeh die Temperatur, bevor er springt. Hier gibt es kein richtig oder falsch. Du kannst das Thema Berufung auch ganz entspannt angehen, in einem Dir angemessenen Tempo. Schritt für Schritt.

 

7. Ich habe keine Zeit

 

Mir fehlt die Zeit, zu lesen oder zu gärtnern…

Meistens sind das nur Ausreden. Bücher oder Pflanzen sind Dir einfach nicht wichtig genug, um ihnen Zeit zu widmen.

Wenn Deine Lebensaufgabe Dir wirklich wichtig ist, dann nimmst Du Dir Zeit dafür.

 

8. Ich muss es perfekt machen

 

Du brauchst nicht perfekt zu sein, um zu starten. Du musst auch nicht warten bis sich alle Deine Ängste geklärt haben. Deine Berufung wird auftauchen während des Prozesses.

 

Ganz nach dem Motto: Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße.

 

Probiere Dich aus. Vielleicht merkst Du unterwegs, dass Dir das, was Du tust nicht liegt. Das ist trotzdem ein kleiner Erfolg. Du hast etwas gelernt.

 

Klarheit kommt durchs Tun selber.

 

9. Ich bin kein Fachmann oder Experte

 

Na dann, gute Nacht, Marie.

Wie wäre es damit Experte zu werden? Erfahrungen in einem bestimmt Gebiet zu machen, Kenntnisse zu erwerben, Fortbildungen zu besuchen, Dich einzulesen?

Sobald Du Dich auf den Weg machst, wirst Du jeden Tag ein Stück mehr zum Experten. Wir können nur weiterkommen, wenn wir einen Fuß vor den anderen setzen.

 

10. Es muss meine absolute Leidenschaft sein

 

Vielleicht hast Du schon mal die Erfahrung gemacht: Je besser Du in etwas wirst, desto mehr Spaß macht es. Das heißt: Am Anfang ist unsere Berufung (oder wie auch immer wir unsere Lebensaufgabe nennen wollen) hauptsächlich mit Arbeit und Fleiß verbunden. Ich werde kein guter Sportler, wenn ich nicht regelmäßig hart trainiere, an meine Grenzen gehe und mich entsprechend ernähre. Das heißt, wenn ich etwas wirklich will, dann muss ich auch bereit sein, den entsprechenden Preis dafür zu zahlen.

 

Leidenschaft kommt dann, wenn Du gut wirst

 

Ich glaube es ist ein Mythos, dass es für jeden Menschen, die eine Sache gibt, für die er bestimmt ist. Dafür sind wir viel zu anpassungsfähig und flexibel angelegt. Wir können zig Sprachen lernen und unser Gehirn in alle Bereiche (die uns interessieren) vernetzen. Die Areale im Gehirn die wir nutzen wachsen, die unbenutzten verkümmern. Use it or loose it. Alles spricht dafür, dass wir relativ frei in unserer Wahl sind.

Berufung ist immer auch die Entscheidung dem zu folgen, was sich für Dich gerade jetzt richtig und stimmig anfühlt. Der Weg ebnet sich beim Gehen und kann sich auch immer wieder in eine andere Richtung entwickeln. Entscheidend ist, dass es unser eigener Weg ist, der zu uns und unseren Bedürfnissen passt.

Falls Du zu sehr auf der Suche nach der einen Sache bist, lautet mein Tipp:

Gib auf.

Einfach mehr passieren lassen, anstatt zu suchen.

Alles ist da.

 

Was, wenn so eine Lebensaufgabe hauptsächlich darin besteht, ein gut gelebtes Leben zu leben? Gut im Sinne davon, immer mehr man selbst zu werden, den eigenen Impulsen zu folgen und Freude dabei zu haben.

 

Hier noch einige Fragen, die Dir vielleicht weiter helfen:

 

  • Warum möchte ich etwas Bestimmtes tun?
  • Was bringt es mir in fünf bis zehn Jahren?
  • Wie wird mein Leben dann aussehen?
  • Mit welchen Menschen möchtest Du Dich umgeben?
  • Mit welchem Thema könntest Du Dich auch die nächsten 5 Jahre ohne Probleme beschäftigen?
  • Was passt zu Dir?

 

Mit welchem Bereich würdest Du Dich auch dann beschäftigen, wenn Du absolut kein Geld verdienen müsstest? Sozusagen ein Hobby, ein Interesse…

Bei mir ist das definitiv dieser Blog. Ich schreibe für Dich und für mich. Luckylittlemoves gibt es erst seit knapp einem Jahr. Einmal wöchentlich veröffentliche ich hier einen Artikel. Ich freue mich natürlich immer sehr über jedes Feedback oder Denkanstöße, um zu erfahren, wo Du als Leser innerlich stehst und was ich hier noch verbessern kann – oder was Dir gut gefällt. Aber in erster Linie schreibe ich, weil es mir wirklich Spaß macht Dinge weiter zu geben, von denen ich glaube, dass sie für den ein oder anderen hilfreich sein könnten.

Das Wort Berufung ist sehr überstrapaziert und muss für viele Vorstellungen und Erwartungen „von dieser einen magischen Sache“ herhalten.

Mein Vorschlag: Geh einfach los und schau wohin es Dich zieht und gib den Dingen eine Chance sich zu entwickeln. Lass Dir Zeit besser in etwas zu werden, damit die Leidenschaft Dich packen kann.

Oder wie Nietzsche sagt:

„Es gibt in der Welt einen einzigen Weg, auf welchem niemand gehen kann, außer Dir: wohin er führt? Frage nicht, gehe ihn.“

 

 

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