Anleitung zum Unglücklichsein 2

So, hier nun einige weitere hilfreiche Tipps von Ilse B., um ins Reich der Dunkelheit einzutauchen und ins Tun zu kommen 😉

Regel 12: Konsequent handeln

Tun Sie immer wieder das Gleiche und erwarten Sie trotzdem andere Ergebnisse. (Wieder so ein alter Trick.)

Regel 13: Glaubenssätze

Arbeiten Sie mit Affirmationen und knackigen Glaubenssätzen. Sagen Sie sich immer wieder: „Ich bin energielos“ oder wahlweise „Ich kann das nicht“. Laden Sie Ihre Sätze emotional auf: Oh-nein-oh-nein. Ich bin am Ende. Alles zu spät! Betrachten Sie das Desaster (also sich) im Spiegel (alles, was wabbelt und hängt, ist gut). Finden Sie Ihre eigenen, niederschmetternden Worte.Denken Sie sich runter. Aber Vorsicht: Reden Sie sich nichts ein, was Sie ohnehin nicht glauben können. Wenn Sie betont gutaussehend sind, und andere Sie ständig darauf hinweisen, dann fällt es Ihnen wahrscheinlich schwer, sich vom Gegenteil zu überzeugen. Hier ist handeln gefragt: Mehr Fastfood, null Bewegung, an der Körperhaltung arbeiten und vielleicht einfach mal das mit den Drogen (Regel 48) ausprobieren.

Regel 14: Keine Routine

Meiden Sie Rituale die den Alltag strukturieren

Nach dem Frühstück, Zähne putzen, Unterhose wechseln, geregelte Mahlzeiten, 3 x die Woche Sport und-und-und. Nix mehr mit, erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Meiden Sie Routinen. Seien Sie konsequent strukturlos. Das ist wichtig.

Regel 15: Werden Sie zum Messie

Versinken Sie im Chaos. Wie? Ganz einfach: Schlüssel irgendwo hinlegen (keine festen Plätze für wichtige Dinge). Kleidungsstücke nicht in die Garderobe oder auf den Bügel hängen. Einfach an Ort und Stelle fallen lassen. Nehmen Sie Ihre Kaffeetasse überall hin mit und lassen Sie sie an beliebiger Stelle stehen. Dann holen Sie sich eine neue Tasse und wiederholen das Prozedere. Unterlagen nicht in Ordner abheften. Einfach auf einen Stapel oder (noch besser!) viele kleine Stapel legen. Die Post am besten gleich im Briefkasten lassen. Fangen Sie Dinge an und bringen Sie sie nicht zu Ende. Machen Sie sich Ihre Notizen auf unterschiedliche, möglichst kleine Zettel, die Sie dann überall in der Wohnung verteilen. Krakeln Sie und schreiben Sie unleserlich.Gewaschene Wäsche auf gar keinen Fall in dafür vorgesehene Schubladen sortieren (Anfängerfehler). Lieber die Schmutzwäsche auf die frische legen. Das verwirrt. Und Verwirrung ist gut.

Regel 16: Lassen Sie sich gehen

Nehmen Sie es nicht mehr so genau mit der Hygiene. Fangen Sie bei den Zähnen an. Schmeißen Sie die elektrische Zahnbürste, die Zahnseide, die Zahn-Zwischenraum-Bürstchen und den Zungenschaber weg (von unnötigem trennen). Lassen Sie die Körperpflege auch im Intimbereich (unten) schludern. Einfach alles wachsen lassen, wie es will. Es sei denn, jemand steht auf Glattrasur (Siehe Regel 40), dann schneiden Sie das Kraut ruhig ab.

Regel 17: Ehrlich sein

Hadern Sie mit Ihrem Alter, Ihrem Gewicht und Ihren verpassten Chancen. Darauf dann erst mal fünf Stücke Kuchen der Saison und ein paar Bierchen.

Regel 18: Dirty- Eating

Ab jetzt gibt es keine Auberginen mit Sesam Quinoa, keine Bio-Smoothies, nichts Veganes oder unverarbeitetes mehr. Fastfood, Süßigkeiten und billig Fleisch sind jetzt Ihr Gemüse. Erhöhen Sie den Level an schnellverbrennenden Kohlenhydraten. Machen Sie jeden Tag zum Cheating-Day. Sport und Bewegung sind ab jetzt tabu. Keine Ausnahmen!

Regel 19: Nutzen Sie das Gesetz der Resonanz

Beschäftigen Sie sich ausschließlich mit Ihren Verlusten, Schwachstellen oder Niederlagen (selektive Wahrnehmung). Achten Sie unbedingt auch auf die Fehler der anderen. Wenn Sie nichts finden, dann suchen Sie Gerüchte, über Mutter und Vater der Personen zusammen. Finden Sie Beweise dafür, dass Sie und die Welt schlecht sind. Sammeln Sie diese Beweise in einem kleinen, hässlichen Notizbuch. Sprechen Sie mit anderen darüber. Nicht mit den verblendeten Schöndenkern (Schlechtdenker sind jetzt Ihre Gang).

Regel 20: Routine

Machen Sie sich jammern und zaudern zur täglichen Routine (Achtung: Das widerspricht Regel 14 keine Routinen, stört aber nicht, Verwirrung ist gut! Siehe Regel 3).

Regel 21: Bodensatz

Meiden Sie Leute, die andere Menschen erst mal unter dem bestmöglichen Licht betrachten und alles wohlwollend interpretieren, bevor sie sich ein Urteil bilden. Suchen Sie Kontakt zum frustrierten Bodensatz. Lassen Sie sich voll jammern und sagen Sie: „Es ist ein Elend“, oder „Gute Nacht, Deutschland“.

Regel 22: Lernen Sie von Ihren Vorbildern

Umgeben Sie sich mit Menschen, die sich schon länger mit schweren seelischen Erkrankungen rumschlagen. Gerne auch Narzissten oder andere Miesepeter. Glück liebt Gesellschaft. Unglück auch. Wenn Sie mit den Würmern kriechen wollen, sollten Sie nicht mit den Adlern fliegen.

Regel 23: Ignorieren Sie unangenehme Gefühle

Verdrängen wäre noch besser. Stauen Sie alles auf und lassen Sie es in Ihrem Unterbewusstsein gären. Werden Sie zur tickenden Zeitbombe. Irgendwer wird Sie schon zünden. Vertrauen Sie darauf.

Regel 24: Nutzen Sie Ihre Vorstellungskraft

Wenn Sie sich etwas vorstellen, ist das laut Hirnforschung genauso, als hätten Sie eine reale Erfahrung gemacht. Diesen Fakt sollten Sie unbedingt nutzen. Stellen Sie sich negativ Szenarien (Arbeitslosigkeit, Schulden und so weiter und sofort) vor. Immer und immer wieder. Bis Sie es glauben. Das Gute daran: Solche Gedanken setzen biochemische Prozesse frei, die im Körper fühlbar werden. Nicht schlecht, nee? Sie sitzen im heimischen Wohnzimmer und können trotzdem echte Angst entwickeln –  wie die Gazelle vor dem Löwen. Angst schränkt die Denkkapazitäten ein. Jetzt ist flüchten wichtiger. Geht aber nicht (Sie sitzen ja auf dem Sofa!). Das ist gut. Das ausgeschüttete Adrenalin und Kortisol nutzen Sie zur allgemeinen Vitalisierung.

Regel 25: Für Fortgeschrittene

Falls Sie schon unter leichten Depressionen leiden: Es gibt ja immer wieder Menschen, die behaupten, man müsse einfach immer positiv denken, und schon würde es laufen im Leben. Haha, lassen Sie sich nichts vormachen! Bei Ihnen läuft es schlecht. Da können Sie denken, was Sie wollen. Solche Spinner behaupten sogar, man solle Dinge die nicht positiv sind AKZEPTIEREN und schon ändere sich das innere Bild, das man von sich selbst hat und – Simsalabim! – auch das Bild, das Ihre Zeitgenossen von Ihnen haben. Ganz nach dem Motto: Die Art wie dich andere behandeln ist nur das Spiegelbild dessen, wie du dich selbst behandelst. Die spirituellen Spinner wieder! Mit Ihnen nicht. Trauen Sie nur dem, was Sie im Außen sehen. Anders als diese esoterischen Idioten (Sie sind kein esoterischer Idiot, Sie sind Realist).

Regel 26: Isolation

Schotten Sie sich ab. Lassen Sie sich auf nichts Neues ein und scheuen Sie jegliche Art von Risiko (viel zu gefährlich). Im Zweifelsfall funktioniert es. Dann haben Sie den Salat.

Regel 27: Über oder unterschätzen Sie sich

Beides ist gut. Das eine lässt Sie gar nicht erst etwas versuchen, das andere nutzt beim Scheitern. Machen Sie sich weder Ihre Überforderung noch Ihren Stresslevel bewusst. Sie wissen ja, reflektieren blendet.

Regel 28: Befolgen Sie Befehle

Nehmen Sie alles, was die Firma, der Chef oder die da oben sagen als gegeben hin. Sie sind unwichtig. Ihr Beitrag zählt nicht. Sie versuchen nur reinzupassen. Verbiegen Sie sich dabei bis zur Unkenntlichkeit. Kultivieren Sie das Gefühl irgendwann aufzufliegen. Sie haben Ihre Position sowieso nur per Zufall, Sie können nix und keiner hat´s gemerkt (bisher).

Regel 78: Die richtige innere Einstellung ist ganz wichtig. Sie sollten sich immer und überall irgendwie unpassend fühlen. Lassen Sie diese, Ich-passe-nicht-rein-und-gehöre-nicht-dazu-Haltung, zu einem vertrauten Gefühl werden. Sie fragen sich, wo sollte ich den rein passen? Vergessen Sie das. Logik ist nicht mehr gefragt und hinterfragen ist nicht gut.

Regel 29: Werden Sie kauzig

Meiden Sie Menschen. Wenn Ihnen doch mal einer begegnet: Werden Sie einsilbig oder brummeln Sie vor sich hin. Sobald Sie Ihre Erlebnisdichte auf null verringert haben, macht Schweigen sowieso mehr Spaß.

Regel 30: Für Fortgeschrittene 2

Falls Sie schon fortgeschrittener in punkto Depression sind, und ordentlich Beton an den Füßen hängen haben (das Zeug, das die Mafia benutzt, um unhöfliche Menschen zu entsorgen): Gehen Sie bloß nicht zu einem dieser schuppigen Verhaltenstherapeuten, wo Sie lernen sich Körperanker zu setzen. Oder so neumodisches Zeug wie beide Hirnhälften verknüpfen und dann schmerzhafte Erfahrungen, die im Nervensystem stecken geblieben sind, weg zu winken. Sich selber veräppeln ist nicht Ihrs. Und winke-winke schon gar nicht. Alles was Erfolg auf Besserung verspricht ist gelogen. Glauben Sie nicht an so was. Wenn Sie schon an etwas glauben müssen, glauben Sie lieber an Ihr verderben.

Regel 31: Ballspiele

Machen Sie nichts, was die rechte und linke Gehirnhälfte in Harmonie bringen könnte. Ballspiele oder so.

Augen zu und tanzen. Das ist nicht Ihr´s. Sie sollten sich möglichst wenig bewegen. Körper und Geist hängen ja zusammen. Zuviel Bewegung bringt frischen Wind und lässt Sie auf dumme (positive) Gedanken kommen. Außerdem: Wenn sich außen nichts mehr bewegt, dann innen auch nicht. Die einzige Richtung, in die Sie sich bewegen, kennen Sie ja.

Regel 32: Rumsitzen und jammern

Ziehen Sie sich runter und die anderen gleich mit. Gefühle sind ansteckend. Stichwort Spiegelneurone. Schon mal gehört? Haben so italienische Forscher rausgefunden. Über unsere Spiegelneurone können wir fühlen, was unser Gegenüber fühlt. Nutzen Sie diesen Fakt. Umgeben Sie sich mit Leuten, die da sind, wo Sie hin wollen: unten.

Regel 33: Bloß keine realistische Ist-Soll-Analyse

Versuchen Sie lieber Probleme weg zu rauchen. Verbreiten Sie eine Dunstglocke von mehreren Metern und rauchen Sie bis Sie gelb werden.

Regel 34: Bildungsfalle

Glauben Sie generell nichts, was in schlauen Büchern steht oder was Ihnen ein Therapeut erzählt. Wenn es ein Therapeut oder Coach sagt, dann ist es falsch. Glauben Sie höchstens ironisch daran. Als Witz.

Regel 35: Blickwinkel korrigieren

Machen Sie nicht den Fehler, Ihre Vergangenheit unter dem bestmöglichen Licht zu betrachten. Vermeiden Sie es zu denken, dass bestimmte Erfahrungen Sie haben wachsen lassen und Sie ohne diese Erlebnisse nicht der wären, der Sie jetzt sind. Hat sich bestimmt auch wieder so ein Psychoheini ausgedacht (Siehe Regel 34).

Regel 36: Test

Kennen Sie Luise Hay oder Byron Katie? LOL, zum Glück nicht. War nur ein Test. Ob Sie dazu neigen, Selbsthilfe Lektüre zu lesen oder sich Hilfe zu holen. Machen Sie das nicht (Regel 34).

Regel 37: Dankbarkeit

Vergessen Sie das mit der Dankbarkeit. Das ist etwas für Weicheier. Erinnern Sie sich lieber drei mal am Tag (am besten vor dem Schlafengehen) an Verletzungen aus Ihrer Kindheit, an jemand der Sie mies behandelt hat oder eine ganz peinliche Aktion.

Zum Abschluss eine kurze Atemübung: Kultivieren Sie eine hochfrequente Schnappatmung. In Ihrem Yoga oder Pilates Kurs hat man Ihnen das bestimmt anderes beigebracht (Sie sind kein Yoga oder Pilates Idiot). Ganz hektisch ein und ausatmen. Denken Sie an Ihre Steuererklärung oder irgendeine peinliche Niederlage. Spannen Sie dabei Ihre Kiefermuskulatur an, ziehen Sie die Schultern hoch und verkrampfen Sie im Nacken. Bleiben Sie so.

So viel für heute, nächste Woche dann Part 3…

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