Alleinsein: Viel besser als sein Ruf

Alleinsein gilt nicht als erstrebenswert. Es wir immer noch mit Einsamkeit verwechselt.

Extrovertiert, gesellig, viele Freunde, eine feste Beziehung, teamfähig, gut vernetzt – für die meisten Menschen macht das ein erfolgreiches Leben aus.

Dabei geht es auch anders.

Alleinsein wird oft mit Einsamkeit verwechselt

Dabei hängt Einsamkeit weniger damit zusammen, ob man allein ist, sondern damit, ob man sich anderen Menschen verbunden fühlt.

Oder eben nicht.

Tatsächlich sind die Momente, in denen Menschen sich besonders einsam fühlen, meist mitten unter Menschen.

Wirkliches Alleinsein kann sich sogar positiv auf die Gesundheit auswirken

In Einer Studie der Universität Durham aus dem Jahr 2016, gaben Befragte an sich am besten entspannen zu können, wenn sie allein sind. Als die fünf erholsamsten Aktivitäten wurden:

  • Lesen
  • in der Natur sein
  • für sich sein
  • Musik hören und
  • nichts Bestimmtes tun

angegeben.

Außerdem: Alleine kann man am besten Selbstgespräche führen.

Ein ordentliches Selbstgespräch erfordert bestenfalls, dass einen niemand hört. Und das ist im Alltag unter Kollegen oder Freunden einfach schlecht möglich. Alleine kann man sich motivieren, zuhören, beraten und zu einem inneren Konsens kommen.

Alleinsein hat viele Gesichter

Wenn wir uns nicht gesehen und geliebt fühlen, keine Freunde haben, keinen Partner, keine Familie, oder einfach in und von uns selbst verlassen sind, dann fühlen wir uns allein. Dieses Alleinsein ist schmerzvoll. Wir fühlen uns einsam.

Es gibt Wege auch diesem Alleinsein so zu begegnen, dass es als Tor in ein neues und tieferes Selbstverständnis und Erleben führt.

Es ist alles eine Frage der Perspektive.

Welche Sicht hast Du auf die Zeit nur mit Dir allein, welche Beziehung hast Du zu Dir?

Unglück entsteht meist, wenn Du auf Deinen Vorstellungen beharrst, wie die Dinge sein sollten, anstatt mit den Dingen zu fließen.

Der Schmerz über das Alleinsein ist nämlich oft das Ergebnis der Vorstellung:

Ich sollte nicht allein sein oder mich allein fühlen.

Bist Du es dennoch, fühlst Du den Schmerz darüber, dass Deine Vorstellungen nicht erfüllt werden. Aber Du fühlst nicht das Alleinsein an sich, Du fühlst nur Deine Vorstellung davon.

Wirkliches Alleinsein führt Dich direkt zu Dir selbst.

Dieses Alleinsein kann radikal und befreiend sein.

Während diesem Alleinsein kann man sich selbst vergessen, oder anders gesagt: Wer allein ist, wird von niemandem als Frau oder Mann wahrgenommen, als jung oder alt, hässlich oder schön. Auch nicht als Bruder oder Schwester, Bekannter oder Geliebte. Nicht als Ehemann oder Ehefrau. Schuldig oder unschuldig. Nichts davon.

Du brauchst dich nicht irgendwie zu verhalten. Es ist keinerlei soziale Interaktion erforderlich, kein Reagieren auf irgendjemanden. Kein darstellen, verführen oder beschwichtigen. Du kannst Dich selbst als Maßstab nehmen, nur auf Deine eigenen Bedürfnisse und Wünsche achten.

Und schauen, wie es Dir wirklich gerade mit den Dingen geht.

Oder einfach existieren. Bedingungslos. Und tun, wonach Dir gerade ist.

Alleinsein ermöglicht Dir, wahrzunehmen, zu beobachten, Dir selbst zuzuhören, Dinge zu Ende zu denken, echte Entscheidungen zu treffen.

Du lässt Dich vollständig auf Dich selbst ein. Und bist mit dem, was ist.

Ohne zu flüchten.

Pures Sein. Zu Hause in Dir. Aus diesem Dasein heraus kannst Du allem und jedem wieder neu und klar begegnen.

Alle Liebe,

Bine

Wann warst Du das letzte Mal alleine und hast Dich gut dabei gefühlt?

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