5 Anzeichen, die darauf hindeuten, dass Du es mit einem Narzissten zu tun hast

 

Habe ich es in meiner Beziehung mit einem Narzissten zu tun? Ich hoffe, dieser Artikel klärt Dich über typische narzisstische Verhaltensstrategien auf und hilft Dir, aus einem oft von Abhängigkeiten geprägtem Muster, auszusteigen.

 

Narzissten stehlen sich oft ins Herz von empathischen, unsicheren Menschen und machen sie regelrecht abhängig von sich. Sie laugen ihre Partner aus, verlangen ihnen unmögliches ab, kränken sie und lassen sie dann mit einem Gefühl von tiefer Traurigkeit zurück. Bevor Du endgültig Schluss machst, wickeln sie Dich wieder um den Finger und Du ruderst zurück und bleibst als emotionaler Versorger erhalten.

Im geringen Ausmaß besitzen wir wahrscheinlich alle narzisstische Züge: Möglichst gut dastehen, auch mal ein bisschen angeben, nur unsere Schokoladenseite zeigen, uns für das Auftreten unseres Partner schämen, ein bisschen über jemanden herziehen…

Narzissten versprühen auf einige Menschen eine geradezu magische Anziehungskraft. Zu Beginn einer Beziehung geben sie sich nicht gleich zu erkennen.

 

Diese fünf Anzeichen weisen auf eine narzisstische Persönlichkeitsstruktur Deines Partners hin.

 

1. Das Streben nach Perfektion

Ein Kennzeichen des Narzissten ist das Streben nach Perfektion.

Wenn ich alles richtig mache und nicht angreifbar bin, dann kann mir keiner etwas…

Menschen, die nach Perfektion streben, gehen oft weit über ihre Grenzen hinaus. Sie spüren sich nicht, weil sie sich in ihrem Drang, einem fiktiven Ideal zu entsprechen, verloren haben.

Ihre Bewertungsspielraum ist sehr eng: nicht perfekt = ungenügend. Es gibt keine Abstufungen. Sie rennen immer ihren eigenen Ansprüchen hinterher und jagen von Trophäe zu Trophäe. Ihre eigentliche innere Leere und Gefühlslosigkeit muss durch Erfolge und Anerkennung verdrängt werden.

 

2. Eigene Schwächen werden verdrängt

Narzissten gehen mit den Schwächen des Partners hart ins Gericht und verdrängen ihre eigenen dafür umso mehr. Narzissten sind ständig besorgt, verletzt zu werden und in eine unterlegene, ohnmächtige Position zu geraten (so wie sie es vermutlich in ihrem Elternhaus erlebt haben). Um nie wieder so gedemütigt und beschämt zu werden, wie damals, beschämen sie jetzt andere. Besonders der Partner wird dazu benutzt, die eigenen Minderwertigkeitsgefühle abzuwehren. Denn das ist das eigentliche Problem: Der Narzisst fühlt sich im Inneren unsicher und schwach und ist meist zutiefst verletzt.

Belastende Gefühle, die von einem Menschen abgewehrt werden, übertragen sich oft auf sein Gegenüber. Wenn beispielsweise jemand seine eigene Hilflosigkeit oder Ohnmacht verdrängt, dann kann es sein, dass stattdessen der Partner diese Ohnmacht fühlt.

 

3. Süchtig nach Anerkennung

Narzissten lernen früh, ihr Gefühl der Wertlosigkeit durch ein Ideales-Selbst-Bild zu kompensieren. Dieses Selbst wird konstruiert, um sich von der Masse abzuheben und etwas Besonderes zu sein. Ihre gefühlte Identität ist genau gegensätzlich zu diesem äußeren Bild. Um ihren Glaubenssatz Ich bin wertlos zu widerlegen, streben sie nach: Macht, Schönheit, Leistung, Anerkennung und Erfolg. Im Prinzip sind alle ihre Bemühungen Schutzstrategien, um ihr minderwertiges, beschämtes Selbst nicht zu fühlen.

Narzissten geben gerne mit ihren Vorzügen, Fähigkeiten und Besitztümern an. Aber Vorsicht: Es gibt auch eher unscheinbare, leise Narzissten. Oft intellektuelle, politisch korrekte, verkopfte Typen, die ihre Besonderheit und Einmaligkeit auf andere Weise zu Schau stellen.

 

4. Abwerten und Idealisieren

Narzissten haben ein ausgeprägtes Gespür für die Schwächen ihres Gegenübers. Sie ertragen ihre eigenen Schwächen nicht und bekämpfen sie beim Anderen. Besonders Du als Partner wirst klein gemacht und gedemütigt.

Es gibt aber auch die Variante: Der Narzisst idealisiert den Partner und schmückt sich mit ihm. Narzissten umgeben sich gerne mit bekannten Persönlichkeiten, einflussreichen Freunden oder angesagten Menschen, um in deren Licht zu glänzen. Oft geht auch beides Hand in Hand. Nicht selten wird der neue Partner erst idealisiert, dann abgewertet und zu guter Letzt fallen gelassen. Am Ende so einer Beziehung schafft es der Narzisst sogar, dem Ex-Partner das Gefühl zu geben, an allem schuld gewesen zu sein.

Narzissten haben natürlich auch liebenswerte Seiten: sie können geistreich, liebenswürdig, interessant, humorvoll und geradezu charismatisch sein. Oft kommen sie beruflich sehr weit und können andere mit viel Charme in ihren Bann ziehen.

 

5. Leicht zu kränken

Narzisstische Menschen sind leicht kränkbar, was im krassen Widerspruch zu ihrem selbstsicheren Auftreten steht und für den Partner oft überraschend kommt. Kränkungen machen Narzissten grundsätzlich nicht traurig, sondern wütend. Wut, Ärger und Groll sind bei Narzissten an der Tagesordnung. Narzissten können allerdings auch in extreme Verzweiflung stürzen und tief-depressive Zustände erleben. Zum Beispiel immer dann, wenn ihr perfektes Kartenhaus zusammen fällt. Und das kommt zwangsläufig vor.

 

 

Beliebte Partner des Narzissten

Oft ziehen Narzissten sensibele, feinfühlige Menschen an. Die versuchen es dem Narzissten recht zu machen und seinen Ansprüchen zu genügen. Das kann leider nicht funktionieren. Der Narzisst lebt davon seine eigenen Schwächen auszublenden und die des Partners künstlich aufzublasen. Die Schwächen des Partners machen den Narzissten sogar wütend, weil der Partner zu seiner Aufwertung dient. Der (meist abhängige) Partner meint, wenn er nur schöner, schlauer, belesener oder irgendwie besser wäre, dann könnte der Narzisst ihn irgendwann lieben. Narzissten suchen sich oft Menschen, die mit einem inneren Programm wie Ich bin schuld und genüge nicht, durch die Welt gehen. Menschen mit diesem Muster bleiben oft in abhängigen Beziehungen, selbst dann, wenn sie erkannt haben, dass ihr Partner ein Narzisst ist und sie immer wieder abwertet.

Warum?

Ein kindlicher Teil des Menschen möchte unbedingt die Anerkennung des Narzissten.

Ganz nach der Devise: Wenn er erst sieht und erkennt wie toll ich bin, dann wird alles gut.

Die Liebe des Narzissten gleicht dann einem Ritterschlag, der endlich Befreiung von allen Selbstzweifeln bringen soll. Dahinter steht oft der Gedanke: Wenn mich so ein besonderer Mensch liebt, dann heißt das: Ich bin tatsächlich liebenswert. Das ganze Szenario hat nichts mehr mit der Realität oder wirklichen Attraktivität eines Menschen zu tun. Hier übernehmen alte, automatisierte Muster das Ruder, mit denen der Partner des Narzissten völlig identifiziert ist.

 

#Lesetipp: Denkst Du Deine letzte Beziehung war umsonst?

 

Wer ist anfällig einem Narzissten in die Falle zu gehen?

Besonders gefährdet sind Menschen, die mit einem narzisstischen Elternteil aufgewachsen sind oder auch feinfühlige, sensible Menschen, die den eigentlichen Schmerz des Narzissten spüren und sich und ihn heilen wollen.

Lesetipp: Helfersyndrom: Wer hilft hier wem?

In Familien mit narzisstischen Eltern geht es immer um die Außendarstellung und das Image. Als Kind eines Narzissten bist Du ein Objekt. Die Gefühle und Bedürfnisse des Narzissten stehen immer im Vordergrund. Du wirst gnadenlos vereinnahmt und bist eine Erweiterung Deines Elternteils. Eine Puppe.

In so einer Kindheit entstehen oft Glaubenssätze wie: Ich muss perfekt sein, Ich muss mich um die Bedürfnisse anderer kümmern, Ich darf nicht egoistisch sein…

 

Wie entsteht ein ausgeprägter Narzissmus?

Wer als Kind Angst, Ausgeliefertsein oder Isolation erlebt hat, entwickelt laut des spirituellen Lehrers Christian Meyer Strategien, um solche Gefühle nicht mehr fühlen zu müssen. Eine solche Strategie entspringt nicht einer bewussten Planung. Sie läuft meist unbewusst ab und könnte so oder ähnlich lauten:

  • Ich muss stärker als die anderen sein, dann bin ich unantastbar.
  • Wenn ich nie mehr einen Fehler mache und immer der beste bin, dann gehöre ich dazu und werde nicht ausgeschlossen.
  • Wenn ich perfekt bin, dann müssen die anderen mich lieben und bewundern.

Die Strategie Ich muss perfekt sein enthält auch ein Bild darüber, wie diese Perfektion auszusehen hat und wie ich sein sollte: immer stark, unantastbar, ganz besonders, überlegen, niemals abhängig.

Das Bild des Kindes von sich selbst, wie es sein möchte, wird zu einem System innerer Gebote. Es versucht nun immer mehr diesem Bild von Unangreifbarkeit und Fehlerlosigkeit nachzujagen. Das Problem: Dieses Ideal-Selbst ist so perfekt und absolut, dass es niemals erreichbar ist. Weil dieses Bild nicht erreichbar ist, droht das Kartenhaus des Narzissten immer wieder zusammen zu brechen. Ein stressiges, leeres, angstgetriebenes Leben… Der Narzisst schwankt immer wieder zwischen dem Gefühl, großartig und brillant zu sein und dem Gefühl, ein Versager zu sein. Ein Narzisst erlebt nicht selten schwere depressive Schübe und ist latent suizidgefährdet. Wenn er sich nicht seiner selbst bewusst wird, dann läuft er Gefahr immer wieder in diesen Teufelskreis aus Über- und Unterschätzung zu geraten. Narzissten nehmen nicht wahr, wie sie sich wirklich fühlen, sondern jagen einer ausgedachten Version von sich nach, die sie nie wirklich erreichen können. Vielleicht bekommen sie durch Erfolge etwas Anerkennung oder Bewunderung, aber ihr eigentlicher Wunsch nach Liebe und Nähe kann nie erreicht werden. Wie auch, wenn man immer eine geschönte Fassade nach außen hält und darauf bedacht ist, nicht man selbst zu sein…

Lesetipp: Du selbst sein: Der einzige Weg zum Glück (und zum richtigen Partner)

Selbst wenn Narzissten Erfolge verbuchen, reicht das nicht aus. Denn unter der Oberfläche glauben sie ja, ein Niemand zu sein. So beginnt der Kreislauf aufs Neue…

 

Fazit

Um aus dem narzisstischen Programm auszusteigen, muss der Narzisst sich als ersten Schritt darüber bewusst werden, dass ein Programm bei ihm läuft. Dann muss er lernen, seine Schwächen anzunehmen und sich seinem inneren, verletzen Kind zuwenden. Das geht allerdings nur, wenn der Narzisst das von sich aus will.

Jetzt gibt es viele empathische Menschen, die meinen: „Mensch, da möchte ich helfen…“ Vorsicht. Der Gedanke ist edel und gut – aber die Realität sieht anders aus. Der Narzisst, wenn er nicht bereit ist an sich zu arbeiten, wird Dir nur wehtun. Besonders dann, wenn Du selbst nicht über ein stabiles Fundament an positiven Überzeugungen in Dir verfügst. Solche Menschen bluten Dich aus und lassen Dich ohne Skrupel ins offene Messer laufen. Sie haben ihre Gefühle so abgespalten, dass sie innerlich wie Tod sind. Ein weiteres Problem: Wenn Narzissten Dir erzählen, dass Du schlecht, nicht hübsch genug oder irgendwie falsch bist, dann wird es einen Teil in Dir geben, der das glaubt. Und dieser Teil wird versuchen dem Narzissten das Gegenteil zu beweisen…Hier beginnt ein fataler Teufelskreis, den Du nur durch Abstand durchbrechen kannst. Merke: Du bist gut genug. Es ist nur ein altes, kindliches Programm in Dir, das Dir vorgibt, es nicht zu sein.

 

Also, raus aus solchen Beziehungen, das Weite suchen und Dich selber heilen. Dann kommen anderen Männer (oder Frauen). Und die werden wunderbar, sexy und gut für Dich sein. Und deutlich weniger selbstverliebt.

 

Alles Liebe und ich freue mich von Dir zu hören!

 

Vielleicht interessiert Dich dieser Artikel auch: Liebessucht: Wie Du ihn einfach loslassen kannst

 

Das könnte Dich auch interessieren …

3 Antworten

  1. Andy sagt:

    Sehr schöne Darstellung. Entspricht genau dem, wovon ich immer in meinem Blog spreche bzw. geschrieben habe. Hier nur gut auf eine Seite zusammengefasst.

  1. Februar 11, 2019

    […] Lesetipp: 5 Anzeichen, die darauf hindeuten, dass Du es mit einem Narzissten zu tun hast […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.